SILVERSTEIN @ Flex Wien

Woran es lag, dass das Konzert vom 3. in den 1. Bezirk verlegt worden ist, wird man wohl nur vermuten können. Die Verlegung des Konzerts ins Flex Wien war jedenfalls eine gute Entscheidung. SILVERSTEIN, FUNERAL FOR A FRIEND und THE TIDAL SLEEP bedienten die anwesenden Fans – und begeisterten mich.

SILVERSTEIN @ Flex, Vienna, Austria

Canadian Post-Hardcore / Emocore band SILVERSTEIN performing live as main act at Flex, Vienna, Austria on April 8, 2013.

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Canadian Post-Hardcore / Emocore band SILVERSTEIN performing live as main act at Flex, Vienna, Austria on April 8, 2013. © Markus Wetzlmayr | www.wet-photo.at NO USE WITHOUT PERMISSION.

Schätzungsweise reichte der Ansturm auf die Karten nicht um die große Halle der Arena Wien zu füllen. Kaum verwunderlich, denn die Emowelle ist – bis auf ein paar hartnäckige Reste – vorbei und aus den traurigen, mit Mamas Glätteisen gestylten Stirnfransen von damals wurde die trendige, mit RAY BAN-Brille geschmückte Hipstermatte von heute. Dies kann man nun schadenfroh belächeln, nostalgisch beweinen oder – objektiv betrachtet – einfach gut finden. Denn die Bands profitierten von der Komprimierung der letzten loyalen Fans und der ortsbedingten Nähe zu diesen. SILVERSTEIN & Co. waren im Flex Musiker zum Anfassen und nutzten diese Gelegenheit ausgiebig.

Den Anfang machten um 19:20 Uhr THE TIDAL SLEEP aus Deutschland und boten als Openerband des Abends eine melodische Mischung aus diversen Post-Hardcore-Strömungen. Gelegentlich schafften sie es sogar, eine Regung aus dem doch recht trägen Publikum zu kitzeln.

Die Waliser FUNERAL FOR A FRIEND taten es ihren deutschen Kollegen gleich und mobilisierten mehrere Male sogar etwas, was man mit eineinhalb zugedrückten Augen „Circle Pit“ nennen kann. Dennoch vermochte die Band trotz astreiner Performance es nicht, mehr als halbherzige Circle Pits, Händeheben und gelegentliche „Woohooo“- und „Yeah“-Rufe aus den Fans hervorzuholen. Generell wirkte die versammelte Menge so, als wäre sie aufgrund der frühen Konzertstartzeit (Doors offiziell bereits um 18:00 Uhr) erst vor kurzem verschlafen aus den Federn gerollt. FUNERAL FOR A FRIEND hingegen sprangen putzmunter auf der Bühne herum und ergötzten sich am verfügbaren Almdudler (der zuvor noch für Urin in einer Colaflasche gehalten wurde). Man darf also auf die nächste Headliner-Show der fünf Waliser hierzulande gespannt sein. Denn wenn die Meute mitspielt, könnten FUNERAL FOR A FRIEND-Konzerte ein verdammt geiles Erlebnis sein.

Wie sich bereits seit zwei Bands abzeichnete, war die zahlende Kundschaft an jenem Abend alles andere als in Topform. Dementsprechend enttäuschend war auch das Spektakel vor der Bühne, als die Headliner des Abends – SILVERSTEIN aus Kanada – ihr Set begannen. Lediglich bei Greatest Hits und Evergreens, wie zum Beispiel „Your Sword Vs. My Dagger“ oder „Smile In Your Sleep“ kam etwas Bewegung in die Sache. Interessanterweise wussten jedoch auch die brandneuen Songs der Platte „This Is How The Wind Shifts“ vereinzelt zu Begeistern. Nichtsdestotrotz verwöhnten Shane Told und Mannen die Fans noch mit vier Zugaben. „Call It Karma“ wurde dabei ganz stimmig mit Shane an der Akustikgitarre besetzt und als Schlussstein diente, wie sollte es auch anders sein, „Smile In Your Sleep“.

Summa sumarum ein angenehmes Konzert mit drei wirklich tollen Bands. Wer zwischen 25 und 30 Euro dafür hinblättert und dann nur unmotiviert durch die Gegend steht, ist selber schuld!