ZSK @ Arena Wien

ZSK, THE BOTTROPS und ANTILLECTUAL waren am Donnerstag in Wien zu Gast und haben in gewohnt antifaschistischer Manier einmal mehr Arena zum Erzittern gebracht. Besonders angenehm dürfte der Abend für die Niederländer ANTILLECTUAL gewesen sein. Sie hatten das Vergnügen, bereits vor einer beachtlichen Meute vor der Bühne losstarten zu dürfen. Eingängiger, melodischer Punk Rock der höchsten Güte! Auch THE BOTTROPS wussten zu überzeugen. Stoff aus den bisher drei veröffentlichten Studioalben wurde geboten und die Menge mit politischer Bildung à la "Hitler war ein Nazi" oder Hits wie "Hochhaus Girl" verwöhnt. ZSK sparten ebenfalls nicht mit ihren Hits. "Mein Staat", "Küsst die Faschisten", "Wenn so viele schweigen…" und altbewährte, jedoch brandaktuelle Schlachtrufe wie "Kein Fußbreit den Faschisten" und "Alerta Antifascista" sind nur einige der Höhepunkte des Abends. Kurz vor Mitternacht durfte man glücklich die Heimreise antreten und sich auf den nächsten Österreichbesuch der Skate Punks freuen.
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Unityfestival @ OKH Vöcklabruck

"Unity" stand vergangenen Samstag auf den Plakaten und metaphorischen Fahnen und wurde mit zahlreichen Punk- und Skabands groß geschrieben – Das Unityfestival im vöcklabrucker OKH mit THE FORUM WALTERS, ASTPAI, JAYA THE CAT, uvm. Unity Booking lud zum wohltätigen Tanz und legte mit zehn Bands wurde massiv vor. Trotz des frühen Starts um 17:30 Uhr zeigte sich die heimische Punkszene von ihrer besten Seite und unterstützte die Benefizveranstaltung kräftig (der eingenommene Gewinn von Eintritt und Bar wurde an das Charityprojekt "Rock for Kongo" weitergeleitet). Daher ließen die Besucher bereits die erste Band, CANDLELIGHT DISASTER, nicht vor einer leeren Halle auftreten. Ganz wie es sich gehört! Und die fünf Attnanger auf der Bühne waren sichtlich gerührt. Ein weiteres Highlight des Abends stellte im Anschluss Band #2 dar: Die US-Amerikaner THE ATOM AGE wussten gekonnt mit ihrem saxophonlastigem Elvis-Surf-Rock 'n' Roll zu begeistern. Adrett gekleidet und mit viel Pommade in den Haaren schossen die fünf Musiker eine starke Nummer nach der nächsten durch die Verstärker. Auch der Rest des Lineups konnte – wenig überraschend – mehr als überzeugen. Insbesondere die aktiven RADIO DEAD ONES aus Berlin legten zur Halbzeit des Lineups nochmal kräftig vor und brachten den Rock zurück in "Punk Rock", bevor die Lokallieblinge THE FORUM WALTERS wieder einmal die heimischen Bühnen erzittern ließen. THE FORUM WALTERS sind – neben den ebenfalls anwesenden ASTPAI – wohl eine der meisttourenden Bands des Landes. Gerade von ihrer erfolgreichen US-Tour zurück, gönnen sich die vier Musiker keine Verschnaufpause. 2 x Unityfestival-Warm-Up, 1 x Unityfestival und gleich im Anschluss wieder mit dem Tourbus quer durch Österreich standen/stehen derzeit auf dem Programm – frei nach dem Motto: "Schlafen kann man, wenn man tot ist!". Erschöpft wirkte die Band dennoch nicht und mit zahlreichen Hits und neuen Songs wie dem antifaschistischen Ohrwurm "Rightswing" wurde die angesetzte Spielzeit mehr als gut genutzt. Und etwas überzogen – aber das wird man sich als Veranstalter ja wohl leisten dürfen. Hinter den Erwartungen zurück blieben anschließend leider die Bostoner CONTINENTAL. Die Band um DROPKICK MURPHYS-Mitgründer Rick Barton spielte zwar technisch astreinen Punk mit Folk einschlag und hat auch den ein oder anderen Ohrwurm im Gepäck, doch irgendwie schaffte sie es nicht, den Funken überspringen zu lassen. Schade, denn besonders Songs wie das melancholische "The Torch" – welches Barton noch für DROPKICK MURPHYS geschrieben hatte – kommen live verdammt gut rüber. Dass die Stimmung aber sehr schnell wieder nach oben schoss, lag an der nächsten Band des Abends: Österreichs Dauertourer #2 – ASTPAI! Hit um Hit um Hit wurde unters Volk geschossen und die angesetzten vierzig Minuten Spielzeit waren – wie immer – viel zu kurz! Persönliches Highlight – wie immer – die Kombination aus "Suburban Prelude" und "Biting Dogs Don't Chew". Mitternacht – Hauptactzeit – JAYA THE CAT! Die nach Amsterdam emigrierten Bostoner sind live ein Erlebnis für sich. Mit Witz und Charme wurde dem Publikum die Umbaupause samt Soundcheck verkürzt – auf Wunsch gaben die Wahlamsterdamer  fünf Sekunden von JEDEM beliebigen Song zum Besten gegeben (die Probe aufs Exempel mit KANSAS' "Carry On My Wayward Son" verlief äußerst erfolgreich). Im Anschluss an die Fünf-Sekunden-Jukebox wurde eine geniale Liveshow abgeliefert. Insbesondere Sänger Geoff Lagadec glänzt bei Liveauftritten und überzeugt mit rauchiger, in Jägermeister gereifter Stimme. Sie verleiht den Songs von JAYA THE CAT die nötige, punkige Kratzigkeit und wird ab und zu mittels Schluck aus dem in Geoffs Gitarre integriertem Flachmann nachgeölt. Egal ob schneller Rock-Reggae oder Katerhymne, JAYA THE CAT versetzten das Publikum spielend in die nötige Stimmung und animierten trotz fortgeschrittener Stunde zum ausgelassenen Mithüpfen. Schweißtreibender Pogo gegen herbstliche sowie soziale Kälte, ganz im Sinne des Unityfestivals!
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TANKARD & MORTAL STRIKE @ ((szene)) Wien

Wer dreißig Jahre hauptberuflich säuft und gerne mal wochenlang durchfeiert, muss doch dem Grabe nahe sein – so könnte man meinen, doch die deutschen Thrasher TANKARD bewiesen am Samstag das absolute Gegenteil. Unterstützt von MORTAL STRIKE und FOUR IN A CAGE ließen die Deutschen das Bier in Strömen fließen. Bevor TANKARD aber am Samstagabend die Bühne der ((szene)) Wien enterten, zeigten die wiener Thrash Metal-Helden MORTAL STRIKE, dass der internationale Durchbruch kaum noch auf sich warten lassen kann. Das von der Band für sich beanspruchte Neongrün war an diesem Abend die bestimmende Farbe am Veranstaltungsort. Gefühlte zwei Drittel der Anwesenden waren allem Anschein nach zu gleichen Teilen wegen MORTAL STRIKE und TANKARD erschienen. Zu Recht, wie MORTAL STRIKE einmal mehr brachial bewiesen. Während des 45-minütigen Sets eilte man von einem Hoch zum Nächsten; Verschnaufpausen wurden wegrationalisiert. Vom Opener weg wurde dem Publikum deftig in den Hintern getreten und dieses danke es der Band mit ekstatischem Headbangen und einer durchaus passablen Wall of Death. Den Höhepunkt markierte sowohl für Fans als auch für MORTAL STRIKE das Medley "Es geht Rund". Beim darin eingebauten TANKARD-Cover "Schwarz-Weiß wie Schnee" ließ es sich TANKARD-Sänger Gerre nicht nehmen, den Jungs persönlich unter die Arme zu greifen/das Mikro zu zerbrüllen. Resultat: Glück pur! Die Setlist gibt es übrigens hier. Nach dieser extremst starken Vorlage, hatte es Vorband #2 mehr als schwer. Auch der Stil von FOUR IN A CAGE – moderner Metalcore – passte nicht gerade gut in das Line-Up. So war zwischen den beiden Thrash Metal-Bands des Abends die Konzerthalle schwach frequentiert. Schade für FOUR IN A CAGE, denn musikalisch hätten die vier Niederösterreicher einiges zu bieten. Um 22:05 Uhr war es dann endlich soweit: Aktuelles Album, dreißigjähriges (ununterbrochenes!) Bandbestehen gefeiert und wieder auf Tour – TANKARD blieben in der ((szene)) Wien wahrlich nicht hinter den Erwartungen zurück. Auch sie trumpften mit einem Hit nach dem anderen auf und ernteten dafür trommelfellbelastende "YEAAAAH!"-Schreie und fliegende volle Bierbecher. Gerade letzteres passt einfach zum Image von TANKARD wie die Faust aufs Auge. Wer seit drei Jahrzehnten erfolgreich über Suff, Alkohol, Exzesse und Katerstimmung singt, darf auch beruhigt in Bier baden. "Gefährlich" für Fans wurde es lediglich in der ersten Reihe, denn Sänger Gerre lehnte sich gerne mal nach vorne und schnappte sich das ein oder andere Bier. Böse Blicke erntete er natürlich nicht, denn hier ist es mehr als eine Ehre, wenn der Becher gekapert wird. Neben all den Promille und Hopfengetränken kam auch das Musikalische nicht zu kurz. "Die With a Beer in Your Hand", "The Beauty And the Beast", "Metal Ladyboy", "Space Beer" – kaum ein Songwunsch blieb offen und nach über eineinhalb Stunden konnte man klatschnass und überglücklich die Heimreise antreten (oder in den wiener Beisln weiter dem Alkohol fröhnen). Also hoch die Krüge und ein Prost auf die nächsten 30 Jahre TANKARD!
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