Top 10 Konzerte 2013

Die große Weihnachtsfresserei ist vorbei und die Zeit der unsäglichen, nervigen und beschissenen Jahresrückblicke ist angebrochen. Da will ich doch gleich mal mitmischen! Hier also die Top 10 der besten Konzerte des Jahres. Die Kriterien für eine Platzierung liegen weniger auf technischen Dingen, wie Setlist, Tonmischung und Besucheranzahl, sondern auf Feeling, Genialität und "Ich würde mein linkes Ohrlapperl opfern, um das nochmal zu erleben!". (mehr …)
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Laute Nacht, unheilige Nacht!

BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE @ ((szene)) Wien: Zugegeben, der Wortwitz war aufgelegt, aber das macht ja nix! Denn das mittlerweile siebte Unholy X-Mess Jamboree der BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE war wirklich laut und unheilig genial. Das Jamboree ist mit diversen Coversongs, Weihnachtsliedern, Geschenken und einer erweiterten ZOMBIES-Setlist sowieso ein Fixtermin und schon allein die detaillierten Kostüme von Dead Richy Gein und seinen Untoten sind ein Fest. Unterstützt wurden die ZOMBIES dabei vom Bastardkind von THE MISFITS und ANGEL WITCH, welches im Sandkasten zu viel mit Glenn Danzing und THE 69 EYES spielen durfte: THE FRIGHT. Die deutschen Horrorrock 'n' Roller begeisterten mit stimmigen Horrorpunk mit enormen Heavy Metal- und Rockeinflüssen und sind übrigens der Anspiel-/Livetipp des Abends. Seitens der BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE wurde ebenfalls alles geboten, was das Herz begehrt. Anfänglich getarnt als gesund aussehende Variante von GUNS 'N' ROSES, schossen die ZOMBIES einen GNR-Evergreen nach dem anderen unters Volk, überzeugten mit ihren eigenen Hits, sowie dem ein oder anderen obligatorischen Weihnachtssong. Als wäre das nicht schon genug gewesen, gabs als besonderes Schmankerl noch die Prämiere des neuen Videos zu "Radio Active"! Das 7th Unholy X-Mess Jamboree war also wieder mal ein Ereignis der Extraklasse und die B.Z.F.O.S. haben sich hier locker einen Platz in der diesjährigen Top 10 gesichert. Dies war übrigens das letzte Konzert hier auf WET-photo! Was noch folgt, ist der obligatorische Jahresrückblick mit Top 10-Liste (leider nicht von Oliver Geissen moderiert ...).
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Das Knurren im Untergrund

SIX FEET UNDER @ Viper Room Wien: Wenn ein siebensaitiger Bass trommelnd ein infernalisches Geknurre und Gebelle unterstützt; wenn Blastbeats und eine heulende Gitarre die Kellergewölbe Wiens zum Erzittern bringen, bedeutet dies eines: eine der gigantischsten und intensivsten Death Metal Bands dieser Ära gibt im Viper Room alles. Bevor SIX FEET UNDER jedoch den Höhepunkt des Abends markierten, zeigten vier weitere, nicht weniger exzellente Bands, was sie zu bieten haben. Minimalismus und Brachialität haben sich die US-Deather HATE STORM ANNIHILATION ganz dick auf die metaphorischen Fahnen geschrieben. Sänger/Gitarrist + Drummer + gemeinsam Reindreschen was das Zeug hält – mehr braucht man nicht um guten Death Metal zu produzieren. In eine gänzlich andere, aber nicht weniger ansprechende Kerbe knüppelten im Anschluss die Oberösterreicher UZZIEL. Etwas Thrash Metal, ein bisschen Melodic Death, ein Hauch von Neue Deutsche Härte und viel Theatralik. Das Resultat kann nicht gut in Worte gefasst werden und sollte definitiv der Einfachheit halber live erlebt werden! Die nächsten Livegigs von UZZIEL kann man sich ja mal hier zu Gemüte führen. Während bei HATE STORM ANNIHILATION unendlich viel Platz auf der Bühne war, schien diese unter der Masse der Schweden NOX VORAGO beinahe zusammenzubrechen. Die sechs Musiker nutzten den begrenzten Raum dennoch perfekt aus und lieferten in tiefster Finsternis progressiven Symphonic Death Metal mit Keyboardunterstützung ab. Wie schon UZZIEL, erschwerten auch die Norwegischen VREDEHAMMER eine eindeutige Klassifizierung. Klar, es war Black Metal ABER da donnerte im Hintergrund und Unterbewusstsein noch etwas anderes mit. Vielleicht das Wikingerblut der drei Norweger? Vielleicht das sympathische Auftreten von Sänger/Gitarrist Per Valla? Vielleicht wars auch einfach nur der Gratis-Jägermeister, den die Band freizügig unters/ins Volk kippte. Eines steht zweifelsfrei fest: VREDEHAMMER alleine wären eine Anreise in den Viper Room wert gewesen und gelten als DER Anspieltipp des Abends! Der absolute Höhepunkt manifestierte sich – wie bereits eingangs erwähnt – dann in Form von Chris Barnes & Mannen. Die gedreadlockte Ausnahmeerscheinung mit Löchern in den Ohrläppchen, durch die ganze Bierflaschen passen würden, erwies sich sehr schnell als ein Mann des Volkes. Ein Späßchen hier, ein Fistbump da – dazwischen wurde der eigenen Stimme alles abverlangt und mit den Dreadlocks herumgepeitscht. Auch die Dankbarkeit und Freude, hier sein zu können, nimmt man Herrn Barnes ehrlich ab. SIX FEET UNDER hatten schlicht Spaß auf der Bühne und genossen die – natürlich viel zu kurze – Zeit. Das dies vor allem auf die Wechselwirkung Band<->Publikum zurückging, war klar. Und vor der Bühne wurde daher auch gebührend abgefeiert. Moshpits & Headbanging Deluxe sorgten für Stimmungshochs und Schweißflecken und die Setlist tat ihr übriges. Das obligatorische "Shadow of the Reaper" oder "The Day the Dead Walked" waren ebenso vertreten, wie der CANNIBAL CORPSE-Evergreen "Hammer Smashed Face". Frei nach dem Tourmotto "Xmas in Hell" wurde die besinnliche Adventszeit also erfolgreich vernichtet und das ausklingende Jahr gebührend gefeiert. Link-Liste: SIX FEET UNDER @ facebook VREDEHAMMER @ facebook UZZIEL @ facebook HATE STORM ANNIHILATION @ facebook NOX VORAGO @ facebook
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Als THE KDV DEVIATORS nicht ins GEI kamen …

THE KDV DEVIATORS + HELLABAMA HONKY TONK @ GEI Timelkam: Murphy's Law ist das bekannte und belegte Naturgesetz, dass generell sowieso alles in den Arsch geht, was nur in den Arsch gehen kann und dann auch noch auf die schlimmste Art. Bei Konzerten bedeutet das meist, dass die Hauptband ausfällt und dann gerne mal die gesamte Veranstaltung abgesagt wird. Als am Samstagabend die Eilmeldung kam, dass Köfte DeVille – seines Zeichens Sänger von MAD SIN, sowie Urgestein, Gigant und Aushängeschild der deutschen Psychobillyszene – samt seinem Nebenprojekt THE KDV DEVIATORS mit dem Tourbus irgendwo in Deutschland liegengeblieben ist, war die Enttäuschung groß und "Scheiße Mann!" die Worte und Gedanken der Stunde. Dass der Abend nicht vollends ins Wasser fiel, verdankte man schlussendlich der Vorband des Abends, die kurzerhand zum alleinigen Hauptact befördert wurde: die HELLABAMA HONKY TONKS. Hinter diesem klingenden Namen verstecken sich drei Bayern, die gute 50 Jahre zu spät geboren wurden und noch dazu auf dem falschen Kontinent. Das hinderte sie aber am Samstagabend nicht daran, feinsten Rock 'n' Roll mit kräftigem Rockabillyeinschlag unters GEI-Volk zu mischen. Die HELLABAMA HONKY TONKS haben sich damit auch einen dicken goldenen Stern für die Bandchronik verdient und gelten als absoluter Anspiel- und Live-Tipp! Und dass sich die erschienenen Hartgesottenen noch an der unangetasteten Bandverpflegung von den DEVIATORS vergehen durften, hat ebenfalls nicht geschadet. A gscheids Bradl und a dreckiger Rock 'n' Roll – es hätte die Anwesenden wirklich schlimmer treffen können!
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Das Licht im Herzen

GENTLEMAN @ Gasometer Wien Tilmann Otto ist als GENTLEMAN seit über 11 Jahren schlicht nicht mehr aus der internationalen Reggae-Szene wegzudenken. Im Gasometer bewies der sympathische Wahljamaikaner auch wieder mal gekonnt, warum das so ist: Mitreißende Hymnen, Appelle an Menschlichkeit und Miteinander, sowie Lovesongs – der Querschnitt durch das bisherige Schaffenswerk gelang vollends. Hier also die Fotostrecke von GENTLEMAN, seiner Begleitband THE EVOLUTION und den sympathischen LUKASCHER, die den Abend eröffnen durften:
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Barden, Metal und ein Quäntchen Punk Rock

Mittelalterspektakel @ VAZ St. Pölten ... Fünf Bands auf der Hauptbühne, etliche auf der versteckten Nebenbühne und noch dazu ein riesiger Indoor-Mittelaltermarkt. Gründe genug also, um in die niederösterreichische Landeshauptstadt zu pilgern. Die passende musikalische Untermalung kam vergangenen Samstag dabei von SUBWAY TO SALLY, FIDDLER'S GREEN, SALTATIO MORTIS, TANZWUT und den SCHANDGESELLEN. So ganz schienen sich die Besucher jedoch nicht einig zu sein, wie man "Mittelalter" zu interpretieren hätte. Der Met aus Hörnern wurde daher von Rittern, Alchemisten, diversen Fantasy-Gestalten und so manchem "Kostümverweigerer" gleichermaßen runtergekippt. Auch Captain Jack Sparrow ließ es sich nicht nehmen, an den zahlreichen Handwerks- und Genusszelten vorbeizuschlendern. Der bunte Mix spiegelte sich auch im Line-Up wieder. Während DIE SCHANDGESELLEN, die den Abend eröffnen durften, simpel und effektiv in die 100%-Mittelalter-Kerbe schlugen und antike "Greatest Hits" wie "Herr Mannelig" zum Besten gaben, mixten TANZWUT gekonnt Industrial-Elemente in ihre Musik. Generell war der kleinste gemeinsame Nenner das Wörtchen "Folk" in den Genrebezeichnungen der Bands. So kam es auch, dass FIDDLER'S GREEN – ihreszeichens ja eher Irish Folk-Legenden denn Mittelalter-Barden – der Masse vernünftig einheizen durften. Die Mitsingkünste des vorwiegend für SUBWAY TO SALLY und SALTATIO MORTIS angereisten Publikums hielten sich daher zwar in Grenzen, mitgefeiert wurde aber trotzdem ganz prächtig. Gute Musik kennt eben keine Barrieren. Dass irisch-angehauchter "Speed Folk" auch mal zum ein oder anderen Crowdsurfer führt, war den anwesenden Securities offensichtlich komplett unbewusst. Denn gechillt an den Bühnenrändern zu lehnen, und zuzusehen, wie Surfer um Surfer wenig elegant in den Bühnengraben krachte, grenzt meines Erachtens schon an Fahrlässigkeit! Hier besteht dringendster Nachschulungsbedarf, denn ein Köpfler aus 1,5 Metern auf einen unnachgibigen Hallenboden ist alles andere als gesund. Zum Glück für die Bühnenordner verebbte die Crowdsurferei bei SALTATIO MORTIS und SUBWAY TO SALLY wieder, man konnte also weiterhin relaxt herumlehnen ... Dennoch boten SALTATIO und SUBWAY extremst energiegeladene Shows. Erstere begeisterten gekonnt durch ihr ansprechendes Steampunk-Erscheinungsbild und den mitreissenden Mittelalter Folk Rock. Songhintergründe und politische Botschaften wurden von Drummer Jean Méchant zum Besten gegeben, für akrobatische Kunststücke und kollektives Armgewinke sorgte Charismatiker, Hobbygaukler und Sänger Alea der Bescheidene. SUBWAY TO SALLY setzten dem ganzen Spektakel gen Ende – erwartungsgemäß – noch die Krone auf. Hit um Hit um Hit wurde in die Menge gejagt und auch Sänger Eric Fish wagte einen eleganten Bauchfleck in das jubelnde Händemeer. Die angesetzten eineinhalb Stunden Spielzeit nutzten die sieben Aushängeschilder des deutschen Mittelalter Metal-Sektors mehr als perfekt aus. So perfekt, dass die Zeit viel zu schnell verflog. Doch die Rufe des Publikums nach mehr, mehr und noch mehr wurden erhört. Das stille "Maria" und der Mitsinghit "Julia und die Räuber" bildeten unter vorbildlichem Publikumsmitwirken den gelungen, dankbaren und verdienten Abschluss des Mittelalterspektakels. SUBWAY TO SALLY, SALTATIO MORTIS und FIDDLER'S GREEN haben sich hier definitive einen Platz unter den diesjährigen Konzert-Top 10 gesichert und fechten nun wohl mit IN EXTREMO um den Thron!
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Der Tod aus Thüringen – EISREGEN @ ((szene))

Der fleisch- und bandgewordene Splatter-Horrorfilm namens EISREGEN kehrte am Freitag nach fast genau einem Jahr wieder auf die Bretter der ((szene)) Wien zurück. Mit im Gepäck: die Metzger von DEBAUCHERY, sowie die drei Lokalhelden TEUFELSKREIS, AMONG RATS und HARMANIC. AMONG RATS, die das gestrige Schlachtfest starten durften, standen bereits seit längerem auf meiner "Must See"-Liste. Ihr Ruf eilt den vier Oberösterreichern voraus und wenn man die Band live erlebt, weiß man auch warum. Der Death Metal-lastige Grindcore (bzw. Grindcore-lastige Death Metal?) wirkt frisch und haut kräftig in die Fresse. Den Schlag ins Gesicht fürchteten offensichtlich einige der Zuschauer und gingen lieber auf Sicherheitsabstand im hinteren Sektor des Konzertsaales. Selber schuld, denn auch wenn AMONG RATS gerne böse Dreinschauen, gebissen haben sie meines Wissens noch niemanden. Bei TEUFELSKREIS (Sänger Ronny kennt man noch vom letztjährigen EISREGEN-Gig, bei dem er mit INSANITY auftrumpfte) war dann auch schon mehr Bewegung im Saal. Kein Wunder, denn die Band zog eine massive Anhängerschaft aus Fans, Freunden und Familie an und TEUFELSKREIS-Shirts und -Pullis gewannen schnell die Oberhand. Spätestens nach den ersten paar Songs merkte man auch, warum das so war: Astreiner, extremst schwerer, aber dennoch schneller Hard Rock mit starken Heavy Metal-Einflüssen! Gepaart mit dem eigensinnigen Gesang von Ronny (Stagename Mephisto) ergab das eine explosive Mischung, zu der ohne Bedenken abgerockt werden konnte. DIE Überraschung des Abends, waren für mich dennoch HARMANIC. Thrashiger Death Metal der höchsten Güte und eine sympathische Liveshow, die man nicht oft erlebt. Wie genau es die fünf Wiener geschafft haben, seit über sechs Jahren unter meinem Radar zu fliegen, ist mir ein Rätsel. Klarer Anspieltipp – klarer Liveshowtipp – klarer Support-Those-Guys-Tipp! Nach den drei Vertretern der heimischen Metalfraktion übernahmen die Metzger aus Stuttgart die Bühne. DEBAUCHERY begeisterten bereits während der Umbauzeit mit den filigran gearbeiteten, minimal sexualisierten Mikrophonständern. "Sex, Gewalt und gute Laune" ist offenbar die Lebenseinstellung von DEBAUCHERY. Der blutige Feministenalbtraum überzeugte aber nicht nur dank verstümmelter Schaufensterpuppen (die Blood Babes), sondern trumpfte auch mit ihrem – leicht sarkastischen und dezent selbstironischem – Death Metal mit starken Rock 'n' Roll-Einflüssen auf. Alleine dafür hätte sich schon die Anreise in die ((szene)) Wien gelohnt. Das Cocktailkirscherl auf diesem ganzen morbiden Metal-Eisbecher, war jedoch trotzdem – wie zu erwarten – der Tod aus Thüringen um Sänger Blutkehle Roth. Es fällt schwer, bei EISREGEN nicht über ihren angeblichen Beitrag zur Verrohung der Jugend und die etlichen, dem Verbreitungsverbot unterliegenden CDs zu reden. Doch das Quintett vom Rand des Thüringer Waldes liebt und lebt diesen Ruf. Dementsprechend sortiert war auch die Setlist. "Greatest Hits" wie "1000 Tote Nutten", "Eisenkreuzkrieger" und das obligatorische "Elektrohexe" sorgten erwartungsgemäß für Stimmung. Auch der Kontrast zu diesen schnelleren Songs gelang EISREGEN spielend: mit "Mein Eichensarg" wurde erneut tief in der Bandvergangenheit gewühlt und auch der obligatorische Closer "Erscheine" traf den Geschmack der Fans. Unter den Tisch fiel jedoch – zum allgemeinen Unmut – "Krebskolonien". Rufe danach wurden relativ schnell laut, doch die Blutkehle wies diese schnell mit einem "Immer das Gleiche wird ja langweilig" zurück – zu Recht! Beschweren konnte sich bei der 15 Songs (bzw. 16 mit Intro) umfassenden Setlist kaum jemand, denn abermals lieferten EISREGEN dank des gelungenen Querschnitts ihres Schaffenswerks eine astreine Liveshow ab, die der letztjährigen in kaum einem Punkt nachstadn. Die Lust auf ein erneutes Treffen im nächsten Jahr wurde erfolgreich geweckt/verstärkt!
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