MetalDays 2015 – fünf Tage Wahnsinn und ein Fazit

Im Schlepptau von DAEDRIC TALES hat es mich zu meinem ersten Festival außerhalb von Österreich verschlagen. Trotz unerträglicher Hitze war das MetalDays 2015 definitiv eine Reise wert und zählt ohne Frage zu den Perlen der europäischen Festivalszene!

Fünf Tage Festival, 99 Bands und dazu noch ein dickes Rahmenprogramm – das MetalDays im slowenischen Tolmin weiß schon, wie man klotzt. Und das bei „nur“ 12.000 Besuchern. Kanns eigentlich noch besser werden?

Kurz: ja! Denn mit der herrlichen Lage am Soča-Tolminka-Delta hat sich Tolmin ein verdammt attraktives Alleinstellungsmerkmal unter den Festivals gesichert. Nicht umsonst heißt zB das Punk-Festival am gleichen Gelände „Punk Rock HOLIDAY“.

Und schon bei der Anreise wurde offensichtlich, dass Tolmin um die handvoll Festivals im Sommer rotiert. „Welcome Metalheads!“ liest man nicht nur am Geländeeingang, sondern auch auf den Bannern von diversen Supermärkten, Cafés etc. Ein Hofer am Geländeeingang rundet mit gewohntem Sortiment, einer Back-Box und erweiterter Alkoholabteilung das Rundumsorglospaket für den proviantlosen Festivalbesucher vollends ab.

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Palettenweise Bierschleppen mitten in der Einöde wie beim Rotzfestival schlechthin, dem Novarock? Nö. Einfach mit Zelt, Wechselgewand (optional) und Zahnbürste (optional) auftauchen und kühles Bier direkt vor Ort kaufen – mit einem Leiterwagerl schleppt man auch problemlos sieben Paletten Bier die kurze Distanz bis zum Zeltplatz und hat dann Verpflegung für die nächsten paar Stunden.

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Am Gelände selbst ist die Infrastruktur ebenfalls gut durchdacht und beschildert. Merchstände en masse, „Genussmeile“ zu – grad noch – erträglichen Preisen, Warmwasserduschen und WCs, sowie die saubersten Dixiklos, die ich jemals erleben durfte!

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Nur bei den Warmwasserduschen und WCs gibt es einen der wenigen Kritikpunkte:

Liebe Festivalorganisatoren, was passiert, wenn frisch geduschte Menschen tagein, tagaus tropfend aus der Dusche steigen und wieder zum Zelt wandern? Der Boden wird gatschig. Und nicht grad wenig! Und was ist da eine gute Bekämpfungsmaßnahme? Plastiksackerl über den Gatsch legen wohl nicht. Ganze 4 Tage hat die Organisation gebraucht um endlich mit zwei(!) Europaletten einen halbwegs vernünftigen Holzweg anzulegen… Aber gut, „nobody’s perfect“.

Als Ausgleich gab es gratis Trinkwasser und eine traumhaft schöne Flusslandschaft inkl. Strandbar, Partyzelt, Dauer-DJ, Riesencocktails und viel viel nackte Haut. Schön!

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Die Soča (bzw die Tolminka, die in die Soča mündet) eignen sich besonders bei Temperaturen zwischen 35 und 42 °C verdammt gut, um nicht akut zu verglühen, auch wenn das Wasser dann doch eeeeeeeetwas kühl ist. Und je nachdem, ob man in Ballermannstimmung ist oder nicht, gibt es für Plantschwütige den Hauptstrand oder den abgeschiedeneren „Privatstrand“. Aber mal ehrlich: Mit dem Campingsessel im knietiefen Wasser und einem kühlen Bier in der Hand lässt sich das Leben an beiden Stränden verdammt gut aushalten.

Interessanterweise hält sich trotz der Wassernähe die Gelsen- und Moskitoplage stark in Grenzen. Nur die slowenischen Wespen können einem den letzten Nerv rauben, wenn sie sich wiederholt in Kamikazemanier in das frisch gezapfte Bier stürzen…

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Frisch gezapftes Bier ist ein gutes Stichwort für den letzten großen Kritikpunkt: Nein, nicht das Bier, sondern der Becherpfand! Müllvermeidung stellt natürlich das A und O von modernen Festivals dar. Zum einen spart man sich einen Haufen Kohle an anschließenden Aufräummaßnahmen, zum anderen kann man sich stolz auf die Schulter klopfen und sich „green event“ nennen. Blöd wird die Sache aber, wenn die Pfandbecher nicht die gewohnten Hartplastikfestivalbecher sind, sondern reguläre dünnwandige Einwegbecher. Die Krone auf diesem geistigen Kackhaufen: beim Retournieren des Gebindes wird der gebrauchte Becher erst recht in einen Mistsack geworfen. Um es mit den Worten von CARNIFEX zu sagen: „WHAT THE FUCK?!“

Apropos CARNIFEX: kommen wir doch mal zum Line-Up und den einzelnen hervorhebungswürdigen Auftritten…

CARNIFEX: die Deathcore-Ungetüme aus San Diego kam, sah und knallte den Besuchern die Trommelfelle durchs Rektum raus. GENAU SO muss Deathcore sein! SUICIDE SILENCE hingegen zeigen ganz klar wie Deathcore nicht sein muss. Und das ist irgendwie schade, denn im Interview mit We Don’t Care überzeugten Gitarrist Mark Heylmun und Neo-Sänger Eddi Hermida (der Gründungssänger Mitch Lucker musste ja besoffen Motorradfahren und hat sich damit umgebracht) als äußerst angenehme Privatpersonen und plauderten sympathisch über den Ruf des Künstlerdaseins.

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Ein weiteres Highlight war der Auftritt von SKINDRED, die bei glühender Hitze Liebesbeweise ins Publikum säuselten: „Shut the fuck up, bitch!“ oder „You fucker in the blue shirt: I said ‚jump the fuck up‘!“ – dass man dann noch provokant ein MACKLEMORE’sches „Thrift Shop“-Sample drüberstreute, bei dem auch harte Metalheads vernünftig mithoppsten, zeigt doch, dass sich SKINDRED nix scheißen und schon gar nichts ernst nehmen. Beide Daumen und die großen Zehen nach oben für die Jungs aus UK!

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Die heimische Fraktion der harten Gitarrenklänge war übrigens auch stark vertreten: DAEDRIC TALES, meine Symphonic Metal-Lieblinge durften die Second Stage vor wirklich beeindruckendem Publikum mit Balladen über The Elder Scrolls verzaubern und (Schirenc plays) PUNGENT STENCH sorgten mit dem berüchtigten Mix aus Schlabbergeräuschen, Goretexten und einer massiven Death Metal-Front für kreisende Köpfe und zerstörte Nacken. Die besten Songs jeweils: „At the Gates“ und „Shrunken and Mummified Bitch“

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SILIUS aus Tirol waren ebenfalls vertreten, denn als Gewinner des Metalchamp 2015 durften sie sich über Gigs beim Novarock und den Metaldays freuen. Die frühe Beginnzeit hat den Jungs leider etwas in die Segel geschissen, doch der Auftritt war dennoch gewohnt höchstkarätig und ein guter Tritt in den Arsch und den Magen, mit dem man motiviert in den Tag startet. Bester Song des Sets: „Invictus“

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Ebenfalls etwas früh dran waren die Grazer von REEK OF INSANITY, die am Montag die Second Stage gebührend einweihen durften. Industriell gefertigter Todesmetall und limitierte „Bombs over Tolmin“-Shirts – Geil! Und wenn ein Typ da extra vom Fluss mit seiner Luftmatraze ankommt und sich gemütlich vor die Bühne chillt, um die Band zu begutachten, spricht das doch auch für REEK OF INSANITY (die, nebenbei bemerkt, garnicht mal sooo wahnsinnig gestunken haben).

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Wer definitiv den Vogel für die besten Metalday-Performances abgeschossen hat ist klar: DARK FORTRESS und ROTTING CHRIST. Die beiden Black Metal-Geschwader, die einen aus Deutschland, die anderen aus Griechenland, haben zwei verdammt düstere schwarze Messen gefeiert. Bei ROTTING CHRIST und ihrem Opener „Χ Ξ Σ“ (666) wundert es mich nach wie vor, dass nicht der Leibhaftige in der Mitte des Sets aus einem brennenden Loch im Boden entstiegen ist.

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BEHEMOTH haben ebenfalls eine satanische Messe der Extraklasse abgefeiert. Aber von Nergal und seinen Mitstreitern erwartet man ja gar nix anderes mehr. Mit Feuershow, den wohl beispiellosesten Vocals des Festivals und viel Theatralik konnten die Polen mühelos begeistern. Top!

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Und zum Abschluss noch ein paar Worte zu dem Team, das sich um uns Pressefuzzis gekümmert hat: DANKE! Leute, ihr wart ein Bombenteam. Von dieser zuvorkommenden, bemühten, zen-buddhistischen und absolut entspannten Art können sich die heimischen Kollegen noch so einige Scheiben abschneiden. DANKE!

Das Fazit fürs Metaldays also: BOMBE! Empfehlung: HINFAHREN! Warnung: LICHTSCHUTZFAKTOR 30+! Fünf Tage Festival in brütender Hitze sind sicher nichts für jeden, die Duschgatsch- und Wespensituation nervt etwas, doch schon die ersten Bestätigungen für 2016 machen klaren Bock auf die nächste Runde Thrash ’n‘ Swim in Tolmin.

Und hier gibt’s jetzt noch alle Fotos von den fünf Tagen Metalwahnsinn in Tolmin:

Metaldays 2015 – Tag 1

Mit TOTAL ANNIHILATION, REEK OF INSANITY, MOONCRY, DEVIN TOWNSEND PROJECT, QUEENSRŸCHE, FEAR FACTORY, DARK FORTRESS und SAXON.

Metaldays 2015 – Tag 2

Mit SKINDRED, BLACK LABEL SOCIETY, MOONSPELL, DREAM THEATER und (Schirenc plays) PUNGENT STENCH.

Metaldays 2015 – Tag 3

Mit EVER-FROST, DAEDRIC TALES, HATEBREED, AUDREY HORNE und ACCEPT.

Metaldays 2015 – Tag 4

Mit SILIUS, CROWBAR, VREID, HARDCORE SUPERSTAR, BETRAYING THE MARTYRS, UNEARTH und ROTTING CHRIST.

Metaldays 2015 – Tag 5

Mit DR. LIVING DEAD!, CARNIFEX, SUICIDE SILENCE, ELUVEITIE und BEHEMOTH.

Metalheads Against Racism: mittlerweile Tradition / Donauinselfest

Bedingt durch anderweitige Verpflichtungen gab es ja leider keine Fotos von der 2017er-Auflage des MARD - doch das soll natürlich nicht zur Regel werden und somit gibt es von der mittlerweile achten Auflage von dieser fantastischen Konzertreihe. Diesmal dabei: DRAGONY, MORTAL STRIKE, RICHTHAMMER, BOOGIE HAMMER und und und.

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DIE MILCH & VELVETREE im Down Under Aussie Pub

Da clashen die Cultures schon gscheid, wenn eine japanische Lolitaband mit einer österreichischen Lolita-Jazz-Band in einem Australier Pub die Bühne entert. So geschehen mit DIE MILCH und VELVETREE im "Snake Pit" des Down Under Aussie Pubs in Wien.

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AEONS OF ASHES EP Release Party / Frei:Raum St. Pölten

Zugegeben, St. Pölten ist weit davon entfernt meine Lieblingskonzertstadt zu sein - oder generell mein Lieblings-irgendwas - aber wenn AEONS OF ASHES zum Release-Tanz der neuen EP "Impatience" laden und dann noch Tirols feinste Thrasher SILIUS im Angebot haben, pilgert man natürlich gerne ins ferne Niederösterreich. (mehr …)
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15 Years of BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE / Arena Wien

15 Jahre ist es jetzt schon her, dass Österreichs grusligste, grausligste und lauteste Horrorkapelle der interplanetaren Krypta entstieg und zum ersten Mal an Hirnen zuzelte. Grund genug um sich selbst ein Denkmal zu setzen und die Arena Wien in Spinnweben und (Kunst?)Blut zu ertränken. (mehr …)
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Chords and Ink #17 – Dead Richy Gein

Bei Chords and Ink präsentieren fantastische Musiker die Tattoos, die ihnen am wichtigsten sind und erzählen die Geschichten dahinter.

Im Februar 2017 durfte ich einen fantastischen Musiker, Sänger und Menschen für Chords and Ink #17 interviewen. Dead Richy Gein von den BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE empfing mich bei sich zu Hause und präsentierte sich - und seine gigantische Horrorfilmsammlung - im besten Licht. Richy erklärte dabei, welchen Stellenwert ALICE COOPER und die Rebellion im Allgemeinen für ihn haben und warum er seit Jahr und Tag bei den selben Tätowierern ist. Über Richy Um Richy kommt man in der Wiener Szene eigentlich kaum herum. Wenn der "passionierte Horrorfilmsammler und Serienkiller...... -memorabiliafan" nicht gerade als Dead Richy Gein mit Bühnenlatex und Kunstblut im Gesicht die Bühnen Europas unsicher macht, sieht man ihn auch öfters mal als Aftershow-DJ oder "inkognito" auf diversen Underground-Gigs. Nebenbei zeigt er sich unter dem Pseudonym Gein GraveX auch verantwortlich für die Designs und Grafiken der BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE. Das Tattoo Richys Lieblingstattoo ist ein ALICE COOPER Tribute Sleeve, der seinen rechten Arm ziert. Das Tattoo besteht hauptsächlich aus einigen der Plattencovern, die für Richy besonders wichtig sind: Die Augen aus dem Gatefold von "Love It To Death", das abgewandelte Herz von "School's Out" samt Namen des offiziellen Fanclubs "Sick Things", daneben die Münzen/Engelsköpfe der "Billion Dollar Babies", abgeschlossen von der "Welcome To My Nightmare"-Spinne. Dass Richy hier ein ALICE COOPER Tattoo präsentiert, verwundert kaum, denn er ist schon seit frühen Kindheitstagen Hardcore-Fan des Schockrock-Meisters: "Ich kann mich erinnern, ich hab mit acht Jahren das erste Mal das Cover - da ist die 'Trash' rausgekommen - gesehen und gesagt: 'Ich muss die haben! Die will ich hören!'". Da es um die persönlichen Finanzen nicht sehr gut bestellt war wurde ein Komplize für diese Risikoinvestition gesucht und auch gefunden: Gemeinsam mit seinem Bruder kratzte Richy das nötige Taschengeld zusammen undlegte sich so seine erste COOPER-Platte zu. "Der arge Typ mit dem Totenkopf-T-Shirt und den Nieten auf der Lederjacke" hat Richy damals stark beeinflusst, denn für den Bub vom Land war die Platte "das Ärgste was wir überhaupt gekannt haben". [caption id="attachment_2947" align="alignright" width="400"] Dead Richy Gein vor seiner riesigen Horrorsammlung, die ohne ALICE COOPER wohl nie solche Ausmaße angenommen hätte.[/caption] Mit "Poison" dröhnte daheim auch gleich ein Song durch die Anlage des Papas, der Richy richtig geflasht hat. "Da war die Welt nicht mehr die selbe!" - ALICE COOPER verkörpert alles, was auch Richy seitdem begeistert. "Ich hab mich da irgendwie voll verbunden gefühlt. Er war das volle Idol bei allem und hat auch Horrorfilme empfohlen. Ich hab natürlich jeden Film sofort haben müssen." Richys Vater passte die neue Obsession des Jungen nicht so wirklich, denn er kannte den Herrn COOPER noch aus den Siebzigern und war fest überzeugt, dass sich Richy den Antichrist höchstpersönlich ins Haus geladen hatte. "[Papa] hat den Schmäh auch voll gefressen und hat wirklich geglaubt der [COOPER] ist jetzt der Böseste und der Satanist und was weiß ich... Und umso mehr hat es mir dann natürlich als Kind gefallen." - Für Richy war das die erste Rebellion, "aber auf eine leiwande Art". So überrascht es kaum, dass die Augen auf Richys Arm auch zu einen seiner ältesten Tattoos zählen. Einige Jahre später konnte sich der Sänger dann einen Traum erfüllen, als er mit seinen BLOODSUCKING ZOMBIES den Großmeister selbst supporten zu dürfen. Die Gelegenheit wurde natürlich sofort genutzt, um sich das Tattoo unterschreiben zu lassen, um es keine zwei Tage später mit Nadel und Tinte zu verewigen. "Wenn Du dann auf einmal wirklich vor dem Menschen stehst und er entpuppt sich nicht als Arsch, sondern ist genau so großartig, wie du es dir erhofft hast - und nimmt sich Zeit für dich! - kannst du die Woche danach nicht schlafen, weil du immer noch so voller Adrenalin bist." "Mehr Grund für ein Peckerl weiß ich nicht!" Ob ein Tätowierer bei der Umsetzung eines solchen Tattoos dann ein Künstler oder ein "reiner Handwerker" sein sollte, lässt sich für Richy nur schwer beantworten: "Schwierig. Ich würde ja gern sagen, dass es ein Künstler ist, der seine eigenen Sachen einarbeitet, aber das stimmt halt bei meinen Tattoos überhaupt nicht. Weil das waren alles klare Vorlagen, weil ich größten Teils Porträts habe." - und auch wenn man bei Bernie Luther, einem seiner Stammtätowierer, beispielsweise einen eigenen Stil erkennt, der Richy auch sehr gefällt, hat er nie großartig nach anderen Tätowierern gesucht. "Ich hab mich in dem Studio vom ersten Moment an wohl gefühlt und ich hab die gemocht und wir waren auf einer Wellenlänge. Da bin ich auch gar nicht mehr auf die Idee gekommen, mir wo anders hinzugehen." Tattoo-Artists: Bernie Luther, Tattoo Demon & Marco Atzeni, Chaos Demon Tattoo Danke an Richy für die Einladung, das kühle Bier, die Verstörung durch PUBLIC IMAGE LTD. und die tolle Geschichte hinter dem Tattoo! So schaut es aus, wenn die Leidenschaft zur Musik unter die Haut geht. Und natürlich auch ein großes Danke an meinen Voice-Activated-Lightstand/Assistenten Michi! Mehr von Chords and Ink. [gallery type='flickr' view='photosets' photoset_id='72157682715784342' columns='5' tag_mode='any' sort='date-posted-desc' ]
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Chords and Ink #16 – Max / Kjetter

Bei Chords and Ink präsentieren fantastische Musiker die Tattoos, die ihnen am wichtigsten sind und erzählen die Geschichten dahinter.

Mit Max a.k.a Kjetter von DURKHEIM stand im Dezember 2016 ein guter Freund und fantastischer Black Metal-Musiker vor meiner Kamera. Bei Chords and Ink #16 sprach Max über seine Kindheit in Afrika, seelische und körperliche Narben und chemische Formeln, die das Leben lebenswert machen. Max habe ich erstmals 2012 in der ((szene)) Wien kennengelernt, als er mit seiner Kombo DURKHEIM einen ihrer ersten Gigs als Support für EISREGEN absolvierte. Damals hielt er noch die Les Paul fest in der Hand, die er mittlerweile zugunsten seines Gesangs an seine Bandkollegen abgegeben hat. Nachdem 2015 endlich das Debutalbum "Dehumanization" rausgekommen ist, für das ich die Bandpics schießen durfte, und wir mal um mal den Chords and Ink-Termin verschieben mussten, stand Max schlussendlich in seinem Proberaum Rede und Antwort. Über Max Max ist ein heimatloser Wiener, der überall in der Welt aufgewachsen ist und von Deutschland über Afrika nach Österreich kam. In Wien wirkt(e) er in diversen Projekten mit, allen voran bei DURKHEIM und neuerdings auch bei einem Sideproject names F19.5, bei dem sich Max in die Stoner-Richtung weiterentwickeln und eine Mischung aus Kurt Cobains Endtagen und CHELSEA WOLFE ausleben will. Max' musikalisches Ziel bei all seinen Projekten ist, "dass die Musik irgendeinem 16jährigen genauso viel bedeutet, wie mir NAGELFAR mit 16 bedeutet hat.... einfach was, was einen berührt... Oh Gott, war das grad kitschig!" Das Tattoo Das Tattoo auf Max' linkem Oberarm stellt die chemische Formel für Diazepam dar, im Volksmund auch gern mal unter dem Markennamen Valium bekannt. Und da Max sich nie etwas tätowieren lassen würde, was keine Bedeutung hat, gibt es zu dem Tattoo natürlich eine Geschichte. Und diese beginnt, als Max' Vater beruflich nach Nigeria ziehen musste. Der Umzug in dieses von Unruhen geplagte Land hinterließ beim damals sechsjährigen Max tiefe psychische Narben: "Da hab ich viel Scheiße gesehen... also auf täglicher Basis Leichen. Ich hab mit acht Jahren gesehen, wie ein Mensch bei lebendigem Leibe verbrannt wurde. Den haben sie an einen Traktorreifen gefesselt, Benzin drüber geschüttet und angezündet. Dort war das alltäglich." Max begriff in diesem Alter jedoch noch nicht, was da genau passierte. Erst mit etwa Dreizehn, als Max und seine Familie bereits nach Südafrika weitergezogen war, verstand er mehr und mehr, was sich damals abgespielt hatte. "Das hat mich sehr mitgenommen. Ich wusste ja nix von Depressionen, posttraumatischen Stressstörungen. Wusste nix von psychischen Erkrankungen. Ich hab am Anfang nur ein Symptom gehabt, das nennt sich Depersonalisation. Das ist ein Gefühl, als ob du neben dir stehst..." Max' Eltern war zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, was sich in dem Jungen abspielte und schoben es auf die Pubertät. Somit blieben diese Störungen großteils unbehandelt und Max musste sich langsam daran gewöhnen. "Als ich mit 17 dann nach Deutschland gezogen bin, habe ich zum ersten Mal professionelle Hilfe aufgesucht - zu dem Zeitpunkt hatte ich das also schon vier Jahre." - als der Psychiater diese Depersonalisation als Symptom einer Depression diagnostizierte, war das für Max recht unverständlich: "Ich war so 'what the fuck', ich bin doch nicht depressiv! Ich mein, ich war schon immer melancholisch angehaucht, aber doch nicht depressiv." Im Anschluss wurde Max also Valium zur Bekämpfung der Symptome verschrieben. "Das ist eine pinke Flauschewolke und macht alle Probleme weg. Mittlerweile bin ich so eingestellt, dass ich ein normales Leben führen kann. Ohne dem Zeug kannst du mich vergessen. Ich verkriech ich mich, niemand hört von mir." Zwischendurch versuchte Max immer wieder, die Dosis zu reduzieren, meint aber: "Bei den Benzodiazepinen, der Hauptgruppe des Medikaments, wirkt der Entzug ähnlich schrecklich, wie bei Heroin. Ich habs zwei mal geschafft, einen Entzug zu machen, aber ich bin immer wieder zurückgekommen, weil es mir ohne dem Medikament einfach scheiße geht." Dass es sich dabei um ein wenig gesundes Verhalten handelt, ist Max komplett klar. Darum ließ er sich die chemische Formel des Medikaments mit dem Zusatz "Never Stop The Madness" stechen, als Bezug zum eigenen Wahnsinn. "Ich find', das Leben ist wertvoller, wenn man es wenigstens auf Medikamenten genießen kann, als ohne Drogen und man ist andauernd kurz davor sich umzubringen." - also eigentlich ein doch recht positives Tattoo, "auch wenn's die meisten nicht so auffassen werden." Tattoo-Artist: Gaburella Max gebührt für seine brachiale Offenheit und ehrliche Geschichte ein riesengroßes Dankeschön! Sorry für das ständige Nachfragen, wann wir das Shooting endlich machen und die anschließende Wartezeit bis das Ergebnis endlich fertig war. [gallery type='flickr' view='photosets' photoset_id='72157685692455755' tag_mode='any' sort='date-posted-desc' ]
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Metalheads Against Racism: jetzt noch besser! / Donauinselfest

"Same procedure as last year?" - "Same procedure as EVERY year!" und somit war es auch klar, dass ich auch bei der mittlerweile 6. Auflage des wunderbaren Metalheads Against Racism auf der SJ-Bühne beim Donauinselfest dabei bin. Mitgemischt haben diesmal: SCHATTENLICHT, DAEDRIC TALES, DYSTRUST, TITAN KILLER, DARKFALL, TULSADOOM, UZZIEL, BOON und - wie sollte es anders sein - MORTAL STRIKE, die auch diesmal das MARD sicher durch den Sturm navigierten. (mehr …)
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Pfingsten, unser Lieblingsfest! Auch heuer / Pfingstspektakel 2017

Alle Jahre wieder finden sie satt: Europas schönstes, tollstes und bestestes Baseball- und Softballturnier, das Finkstonball Tournament, und Attnangs schönstes, tollstes und bestestes Absturz- und Musikfestival, das Pfingstspektakel. Dieses Jahr waren dabei: TERRORGRUPPE, V8 WANKERS, CHRISTOPH & LOLLO, THE LOCOS, TURBOBIER, Lokalmatadore wie die fast-schon-pragmatisierten WHAM BAM BODYSLAM, die heuer ihr 10jähriges feierten und Szenegrößen wie TEXTA und THE CREEPSHOW. (mehr …)
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Chords and Ink #18 – Dave Hause

Bei Chords and Ink präsentieren fantastische Musiker die Tattoos, die ihnen am wichtigsten sind und erzählen die Geschichten dahinter.

Für Chords and Ink #18 konnte ich im März 2017 die rauchige Stimme der Mittdreißiger-Depression, DAVE HAUSE, kurz vor seinem Auftritt in der Arena Wien über seine Tattoos ausfragen. Und dabei stellte sich wieder einmal heraus, dass die Geschichte und die Emotion hinter dem Tattoo oftmals mehr wiegt, als seine Größe, die Bedeutung oder die Kunstfertigkeit, mit der es gestochen wurde. Über Dave Hause Dave ist neben CHUCK RAGAN wohl eins der besten Aushängeschilder für emotionsgeladen Acoustic Folk/Punk mit rauher, rauchiger Stimme und dem sprichwörtlichen "heart on the sleeve". Als DAVE HAUSE & THE MERMAID machte er im März Halt in Wien um sein neues Album "Bury Me In Philly" zu promoten. Das Tattoo Das kleine und minimalistische Strich-Peckerl über Daves linkem Knöchel stellt einen Hotdog und einen Barbecue-Picknicktisch dar, wobei im Laufe des Interviews eine angeregte Diskussion zwischen Dave und seiner Tourbegleitung Tara entbrannte, ob es sich nun um einen Picknicktisch oder um einen Hotdog auf einem Kugelgriller handelt. Was auch immer es nun wirklich darstellen sollte, gestochen wurde es jedenfalls als eine Art Unfall von Daves gutem Freund Bryan Kienlen, seines Zeichens Bassist bei THE BOUNCING SOULS. "Er fing vor einigen Jahren mit dem Tätowieren an und wir waren bei einer Gartenparty und feierten 'Memorial Day'." Und wie es bei so einer Party eben ist, waren alle Beteiligten ziemlich besoffen, was sich dann in einem der ersten Tattoos äußerte, das Bryan jemals unter eine fremde Haut brachte. "Und er hat mitten im Tattoo auch was verbockt und meinte - sehr hörbar - 'Ooops'. Aber ich weiß eh nicht, was genau er verkackt hat, ich hab auch ein paar mal nachgesehen aber nichts gefunden." [caption id="attachment_2954" align="alignright" width="400"] "Ich bin alt, Mann. Ich geb einen Scheiß auf 'Bedeutung'!" - DAVE HAUSE über seinen Hotdog am Picknicktisch.[/caption] Die obligatorische Frage, ob es denn eine tiefere Bedeutung habe, quittierte Dave mit einem "ein Hotdog auf einem Picknicktisch?! Da kannst du gerne alles reininterpretieren, was du willst aber es war einfach ein lustiges Picknick". Für Dave verlieren die Tattoos mit ihrer Anzahl auch etwas an Bedeutung: "Ich mein, du hast Bedeutungen und Bedeutungen über Bedeutungen und nach einer Zeit bist du einfach nur mehr ein tätowierter Typ und holst dir deine 'Bedeutung' von anderen Stellen im Leben." Aber für Dave kommen auch neue Tattoos eher nicht mehr in Frage. Auch die Tätowierer-Subkultur hat sich für Dave verändert, seit er sich sein erstes Peckerl stechen ließ, doch der Hauptgrund ist simpler: "Es tut schweineweh und es ist teuer." - Zumal auch der rebellische Aspekt von Tätowierungen immer stärker verblasst: "Ich bin wahrscheinlich Teil des Problems. Es war mal so, dass sich Matrosen und Kriminelle und Häftlinge tätowieren ließen - also harte Motherfucker - und in den 1990ern haben wir uns stechen lassen. Wir waren nicht hart, wir wollten nur so aussehen. Jetzt hat jedes Kind mit 200 Dollar in der Tasche und einer schlechten Idee hat ein verfickt riesiges Ding am Hals, das wie ein Rollkragenpullover oder sowas aussieht. Das macht dich nicht hart und hart sein ist auch nicht der Punkt!" Trotzdem war es für Daves Eltern ein ziemlicher Schock, als der Junge mit seinen ersten Tattoos heimkam. Daves Vater meinte schon, dass das Problem sei, dass Dave nie genug haben wird: "Erst willst du einen Ohrring und irgendwann wirst du voller Tattoos sein!" - und er behielt recht. Und für Dave haben trotzdem all seine Tattoos eine Daseinsberechtigung: "Es ist nett, eine schlechte Entscheidung zu treffen, die dann permanent ist." Tattoo-Artist: Bryan Kienlen, THE BOUNCING SOULS / Neptune Tattooville Mehr Tattoogeschichten bei Chords and Ink: Toschi findet auch, dass Tattoos sauweh tun. Für Ronny muss es auch kein Riesentattoo sein, um eine tiefgehende Bedeutung zu haben. Seuche ließ sich den ganzen Arm von einem Tattooanfänger verschönern und bereut es nicht. Thanks to Dave for doing the interview on such short notice and his awesome stories and thoughts regarding tattoos, meaning and being a compassionate fucker instead of a hard fucker! [gallery type='flickr' view='photosets' photoset_id='72157683236789133' tag_mode='any' sort='date-posted-desc' ]
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Der Balkan beginnt in Wien! / Venster 99

Österreich gilt ja seit langem als das Tor von West nach Ost und wieder retour. Dass sich auch musikalisch eine richtig herzerwärmende Plattform ins Leben rufen lässt, mit der Wien und der Balkan verbunden werden, zeigte Toschi von KRIEG DEN PALÄSTEN bei der fünften Ausgabe von "Balkan Pocinje u Bec" in der Petrischale des Wiener Untergrunds, dem Venster99. (mehr …)
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