Linux für Fotografen – Part 1: die Distros

…oder auch „Warum ramm‘ ich mir nicht gleich eine Gabel ins Aug?“. Na gut, so schlimm ist es nicht, aber kann man aktuell als professioneller Fotograf vollends auf Linux und die dort heimischen Programme umsteigen? Hier eine Lagebeurteilung:

Die Ausgangslage

Aktuell begeistert Microsoft mit dem aktuellen – mehr oder minder – Gratis-Betriebssystem Windows 10. Damit einhergehend, machte sich der Softwareriese leider dank nicht mehr vorhandener Privatsphäre und umfassenden Spionage- und Werbeeinstellungen ziemlich unbeliebt. Vor allem bei mir. Leider läuft ein Großteil meines fotografischen Workflows mit Programmen, die ausschließlich für Windows, manchmal auch für Mac vorhanden sind. Adobe Lightroom und Photo Mechanic sind da die großen Brocken, auf die ich eigentlich nicht verzichten möchte.

Was macht man also? Umstieg auf Mac/OS X? Nein danke, Preis- und Firmenpolitik der Jobs-Fetischisten sind wirklich nichts, mit dem ich mich abgeben will. Linuxdistributionen scheinen also der Weg in die Zukunft zu sein – außerdem ist das ganze meiste Zeug gratis und man spart sich dann doch so einiges an Geld (vorausgesetzt man rechnet sich nicht den eigenen, theoretischen Stundenlohn für den Umstieg aus).

Die Anforderungen

Ich will:

  • zu 100 % auf Linux umsteigen
  • meinen Workflow beibehalten oder gar optimieren
  • meine bisherigen Bearbeitungen ohne Einschränkungen übernehmen
  • die Qualität meiner Resultate beibehalten oder gar erhöhen
  • keine Einbußen haben, die sich mit einem Verbleib unter Windows vermeiden lassen
  • mich nicht von vorne bis hinten ausspionieren lassen

Und vor allem will ich eins: meine Ruhe haben und keine nervigen Dauerupdates mit Neustartzwang – HERHÖREN, WINDOWS! – erleiden müssen….

Linux Distributionen – die Kandidaten

Zur Auswahl stehen dem geneigten Umsteiger unzählige schöne, einzigartige, nützliche und teils hochspezialisierte (beispielsweise Kali Linux für „Hacker“) Distros. Die Qual der Wahl ist also um einiges höher, als bei der täglichen Auswahl des Instagramfilters, mit dem man sein Frühstück ver-vintagen möchte.

Ubuntu/Kubuntu/Xubuntu und was ist überhaupt der Unterschied?

Ubuntu ist seit Jahren der Platzhirsch im Linuxwald und kaum noch wegzudenken. Die Distribution ist beinahe im Alleingang für die stetigen Beliebtheitsanstiege der alternativen Systeme verantwortlich.

Für Ubuntu spricht die gigantische Community im Hintergrund und das präzise Uhrwerk, mit dem neue Versionen herausgebracht werden. Negativ – beziehungsweise Gewöhnungssache – ist die Benutzeroberfläche „Unity“.

Ubunutu 15.04, Wikipedia

Ubunutu 15.04, Wikipedia

Aber Ubuntu gibt es zum Glück auch in anderen Geschmackssorten. Kubuntu zum Beispiel ist die Linux-Distro mit KDE als Benutzeroberfläche. Ebenjene Oberfläche, die in der aktuellen 15.04-Version der Distro an Poliertheit, modernem Design und genereller „Sexyness“ nur von einer anderen Distro überboten wird – dazu aber später mehr.

Kubuntu 15.04, Wikipedia

Kubuntu 15.04, Wikipedia

Weitere Subsysteme sind dann noch Lubuntu und Xubuntu die mit jeweils mit Benutzeroberflächen aufwarten, die eher für ältere und leistungsschwächere Computer entworfen wurden: LXDE und Xfce.

Wem das alles nicht zusagt, der kann auch noch auf GNOME- und MATE-Oberflächen zurückgreifen. Im Endeffekt entscheidet nur eins, welche Ubuntu-Distro man wählen soll: der eigene Geschmack.

Lubuntu 14.10, Wikipedia

Lubuntu 14.10, Wikipedia

Xubuntu 14.10, Wikipedia

Xubuntu 14.10, Wikipedia

Persönlich habe ich mich aus folgenden Gründen gegen die *buntu-Familie entschieden:

Ubuntu: nö, Unity ist einfach nicht das, was ich mir als gelungene Benutzeroberfläche vorstelle.

Kubuntu: ach, so schön, so sexy, so …. unintuitiv! Grundlegende Sachen, die man als langjähriger Windowsbenutzer gewohnt ist, wie zum Beispiel das Aufrufen des Startmenüs durch Druck auf die Windows-Taste (in der Linux-Welt nennt man das dann übrigens die „Super“-Taste) funktioniert nicht out of the box, sondern benötigt Extraspielereien. Auch das einfache Aufrufen der Kommandozeile geht nur über Umwege. Zudem schien die 15.04-Version nicht gerade mit Stabilität zu glänzen.

L-/Xubuntu: Lubuntu fiel im Voraus aus dem Rennen, da mein Rechner zum Einen leistungsstark genug für anspruchsvollere Oberflächen ist und zum Anderen die LXDE-Oberfläche stinkhässlich ist. Xubuntu hingegen fiel eigentlich nur raus, weil es nach wenigen Stunden nicht die erwünschte „Liebe auf den ersten Blick“ war.

MATE-Varianten wurde nicht angetestet, die GNOME-Oberfläche hingegen wurde bei der nächsten Linux-Distribution auf den Prüfstand gestellt….

Fedora – der Profi

Die Spielwiese der Firma Red Hat, Inc. glänzt mit topaktuellen Komponenten und einer polierten GNOME-Oberfläche. Eigentlich alles wirklich im Topdesign und ohne große Mangelerscheinungen. Hut ab (hohoho, Wortspiel) an Fedora und Red Hat, Inc.

Aber wie auch schon bei Kubuntu fehlte hier das gewisse Etwas und der Support ist nicht ganz so ausgeprägt, wie bei der *buntu-Familie.

Fedora 22, Wikipedia

Fedora 22, Wikipedia

OpenSUSE – der Nerd

OpenSUSE ist – ähnlich wie Fedora für Red Hat, Inc. – die Test- und Spielwiese von SUSE Linux GmbH. Als besondere Features kann diese Distro mit dem Wartungstool YaST aufwarten, in dem eine wirklich riesige Anzahl an Einstellungsmöglichkeiten präsentiert wird. Vergleichbar zirka mit den Systemeinstellungen unter Windows.

Einer der größeren Nachteile von OpenSUSE ist die mitgelieferte Desktopoberfläche KDE in der älteren Version 4 – klar, man könnte auch die  GNOME-Variante nehmen, aber nach mehr und mehr Herumspielerei mit GNOME, bin ich auch damit nicht warm geworden. KDE 4 leidet, wie auch Kubuntu mit KDE 5, unter dem Fehlen von grundlegenden Funktionen, die man von Windows gewohnt ist. Außerdem ist KDE 4 vieles, aber garantiert nicht schön. Ein nettes Feature – obwohl man über die Sinnhaftigkeit streiten kann – sind definitiv die KDE-typischen Minianwendungen, die man auf dem Desktop platzieren kann, so wie die große Analoguhr im folgenden Screenshot.

Kurzfazit: danke für’s Mitspielen, viel Glück beim nächsten Mal.

OpenSUSE 13.2, Wikipedia

OpenSUSE 13.2, Wikipedia

Arch Linux – der Obernerd

oder: „Da bastel ich mir doch lieber mein eigenes System aus einer kaputten Waschmaschine, zwei Stricknadeln und einem schimmligen Apfel“

Arch Linux ist Nerdwesen in Reinkultur. Geliefert wird bei dieser Distro nichts. Betriebssystem aufsetzen? Viel Spaß mit der Kommandozeile und stundenlangen Suchen nach den richtigen Arbeitsschritten. Grafische Oberfläche? Selbst installieren! Grundlegende Programme? Selbst installieren! Irgendwas?! SELBST INSTALLIEREN!

Klar, es gibt Leute, die es lieben, sich eine absolut maßgeschneiderte, uneingeschränkte und kaum erreichbare Einzellösung zu basteln. Wie beispielsweise Paanini in diesem Artikel beweist.

Ich bin keiner davon, auch wenn ich mich jetzt nicht als technologisches Nackerbatzl bezeichnen würde. Ein Umstieg auf Linux soll kein neues Hobby à la 1:100 Modell der HMS Victory mit 100.000 Einzelteilen werden, sondern mir einen vernünftigen Workflow ermöglichen.

Arch Linux mit GNOME, Wikipedia

Arch Linux mit GNOME, Wikipedia

Elementary OS – die Schönheit

„Uiiii!….. Uiiiiiiiiii!…… Wow!……………….. Hach!…“ – so zirka hört man sich an, wenn man zum ersten mal das new kid on the block startet. So schön, so OS X-nahe*, so …. instabil. Elementary OS ist erst vor kurzem geschlüpft und leidet noch massiv unter Kinderkrankheiten. Einige Installationsversuche endeten mit einem nicht installierbaren Bootloader, wegen dem dann natürlich das gesamte System nicht hochfahren konnte. Die Liveversion hangelte sich von einem Aufhänger zum nächsten. Prinzipiell also nichts, was man in einem aktiven Arbeits-/Produktionssystem einsetzen sollte.

Auf meinem Radar bleibt dieser wunderschöne OS X-Klon aber dennoch.

Elementary OS 0.3, Wikipedia

Elementary OS 0.3, Wikipedia

*OS X – bei aller Abneigung gegen Apple, deren Preis-, Firmen- oder Nachhaltigkeitspolitik – kann man als eins der schönsten Betriebssysteme bezeichnen, die aktuell im Umlauf sind.

Linux Mint – der Allrounder

Wer ist denn diese schöne Unbekannte? Linux Mint – eine Abspaltung von Ubuntu – ist hierzulande eher wenig präsent, obwohl die Distribution schon seit Längerem die Top-Liste von Distrowatch anführt. Zu recht, wie man meinen kann:

Mit einer frischen Oberfläche namens Cinnamon (oder wahlweise KDE, MATE oder Xfce) präsentiert sich hier ein solides, poliertes und äußerst bequem zu bedienendes Linux mit umfassenden Anpassungsmöglichkeiten und einem tollen Fahrgestell.

Mit minimalen Umbauten sieht die Cinnamon-Version verdammt gut aus, lässt sich leicht warten und leistet sich kaum Schnitzer… mal abgesehen vom Fotomanager DigiKam, dazu später aber mehr.

Vorkonfigurierte, leicht zu wechselnde virtuelle Desktops, Shortcuts für die Kommandozeile, perfekte Integration der Windowstaste, ein umfangreiches Softwarecenter – hier bleiben kaum Wünsche offen. Als Ubuntu-Ableitung verfügt Linux Mint auch über eine umfassende Community und die meisten Problemlösungen der *buntu-Systeme lassen sich 1:1 in Linux Mint umsetzen.

Top! Wir haben einen Gewinner!

Linux Mint 17.2 mit diversen Anpassungen

Linux Mint 17.2 mit diversen Anpassungen

Wie es weiter geht, kommt in einem zukünftigen Artikel. Dann geht’s um die dauereingesetzten Windowsprogramme, ihre Linux-Gegenstücke und die jeweiligen Unterschiede.

Metalheads Against Racism: mittlerweile Tradition / Donauinselfest

Bedingt durch anderweitige Verpflichtungen gab es ja leider keine Fotos von der 2017er-Auflage des MARD - doch das soll natürlich nicht zur Regel werden und somit gibt es von der mittlerweile achten Auflage von dieser fantastischen Konzertreihe. Diesmal dabei: DRAGONY, MORTAL STRIKE, RICHTHAMMER, BOOGIE HAMMER und und und.

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DIE MILCH & VELVETREE im Down Under Aussie Pub

Da clashen die Cultures schon gscheid, wenn eine japanische Lolitaband mit einer österreichischen Lolita-Jazz-Band in einem Australier Pub die Bühne entert. So geschehen mit DIE MILCH und VELVETREE im "Snake Pit" des Down Under Aussie Pubs in Wien.

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AEONS OF ASHES EP Release Party / Frei:Raum St. Pölten

Zugegeben, St. Pölten ist weit davon entfernt meine Lieblingskonzertstadt zu sein - oder generell mein Lieblings-irgendwas - aber wenn AEONS OF ASHES zum Release-Tanz der neuen EP "Impatience" laden und dann noch Tirols feinste Thrasher SILIUS im Angebot haben, pilgert man natürlich gerne ins ferne Niederösterreich. (mehr …)
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15 Years of BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE / Arena Wien

15 Jahre ist es jetzt schon her, dass Österreichs grusligste, grausligste und lauteste Horrorkapelle der interplanetaren Krypta entstieg und zum ersten Mal an Hirnen zuzelte. Grund genug um sich selbst ein Denkmal zu setzen und die Arena Wien in Spinnweben und (Kunst?)Blut zu ertränken. (mehr …)
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Chords and Ink #17 – Dead Richy Gein

Bei Chords and Ink präsentieren fantastische Musiker die Tattoos, die ihnen am wichtigsten sind und erzählen die Geschichten dahinter.

Im Februar 2017 durfte ich einen fantastischen Musiker, Sänger und Menschen für Chords and Ink #17 interviewen. Dead Richy Gein von den BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE empfing mich bei sich zu Hause und präsentierte sich - und seine gigantische Horrorfilmsammlung - im besten Licht. Richy erklärte dabei, welchen Stellenwert ALICE COOPER und die Rebellion im Allgemeinen für ihn haben und warum er seit Jahr und Tag bei den selben Tätowierern ist. Über Richy Um Richy kommt man in der Wiener Szene eigentlich kaum herum. Wenn der "passionierte Horrorfilmsammler und Serienkiller...... -memorabiliafan" nicht gerade als Dead Richy Gein mit Bühnenlatex und Kunstblut im Gesicht die Bühnen Europas unsicher macht, sieht man ihn auch öfters mal als Aftershow-DJ oder "inkognito" auf diversen Underground-Gigs. Nebenbei zeigt er sich unter dem Pseudonym Gein GraveX auch verantwortlich für die Designs und Grafiken der BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE. Das Tattoo Richys Lieblingstattoo ist ein ALICE COOPER Tribute Sleeve, der seinen rechten Arm ziert. Das Tattoo besteht hauptsächlich aus einigen der Plattencovern, die für Richy besonders wichtig sind: Die Augen aus dem Gatefold von "Love It To Death", das abgewandelte Herz von "School's Out" samt Namen des offiziellen Fanclubs "Sick Things", daneben die Münzen/Engelsköpfe der "Billion Dollar Babies", abgeschlossen von der "Welcome To My Nightmare"-Spinne. Dass Richy hier ein ALICE COOPER Tattoo präsentiert, verwundert kaum, denn er ist schon seit frühen Kindheitstagen Hardcore-Fan des Schockrock-Meisters: "Ich kann mich erinnern, ich hab mit acht Jahren das erste Mal das Cover - da ist die 'Trash' rausgekommen - gesehen und gesagt: 'Ich muss die haben! Die will ich hören!'". Da es um die persönlichen Finanzen nicht sehr gut bestellt war wurde ein Komplize für diese Risikoinvestition gesucht und auch gefunden: Gemeinsam mit seinem Bruder kratzte Richy das nötige Taschengeld zusammen undlegte sich so seine erste COOPER-Platte zu. "Der arge Typ mit dem Totenkopf-T-Shirt und den Nieten auf der Lederjacke" hat Richy damals stark beeinflusst, denn für den Bub vom Land war die Platte "das Ärgste was wir überhaupt gekannt haben". [caption id="attachment_2947" align="alignright" width="400"] Dead Richy Gein vor seiner riesigen Horrorsammlung, die ohne ALICE COOPER wohl nie solche Ausmaße angenommen hätte.[/caption] Mit "Poison" dröhnte daheim auch gleich ein Song durch die Anlage des Papas, der Richy richtig geflasht hat. "Da war die Welt nicht mehr die selbe!" - ALICE COOPER verkörpert alles, was auch Richy seitdem begeistert. "Ich hab mich da irgendwie voll verbunden gefühlt. Er war das volle Idol bei allem und hat auch Horrorfilme empfohlen. Ich hab natürlich jeden Film sofort haben müssen." Richys Vater passte die neue Obsession des Jungen nicht so wirklich, denn er kannte den Herrn COOPER noch aus den Siebzigern und war fest überzeugt, dass sich Richy den Antichrist höchstpersönlich ins Haus geladen hatte. "[Papa] hat den Schmäh auch voll gefressen und hat wirklich geglaubt der [COOPER] ist jetzt der Böseste und der Satanist und was weiß ich... Und umso mehr hat es mir dann natürlich als Kind gefallen." - Für Richy war das die erste Rebellion, "aber auf eine leiwande Art". So überrascht es kaum, dass die Augen auf Richys Arm auch zu einen seiner ältesten Tattoos zählen. Einige Jahre später konnte sich der Sänger dann einen Traum erfüllen, als er mit seinen BLOODSUCKING ZOMBIES den Großmeister selbst supporten zu dürfen. Die Gelegenheit wurde natürlich sofort genutzt, um sich das Tattoo unterschreiben zu lassen, um es keine zwei Tage später mit Nadel und Tinte zu verewigen. "Wenn Du dann auf einmal wirklich vor dem Menschen stehst und er entpuppt sich nicht als Arsch, sondern ist genau so großartig, wie du es dir erhofft hast - und nimmt sich Zeit für dich! - kannst du die Woche danach nicht schlafen, weil du immer noch so voller Adrenalin bist." "Mehr Grund für ein Peckerl weiß ich nicht!" Ob ein Tätowierer bei der Umsetzung eines solchen Tattoos dann ein Künstler oder ein "reiner Handwerker" sein sollte, lässt sich für Richy nur schwer beantworten: "Schwierig. Ich würde ja gern sagen, dass es ein Künstler ist, der seine eigenen Sachen einarbeitet, aber das stimmt halt bei meinen Tattoos überhaupt nicht. Weil das waren alles klare Vorlagen, weil ich größten Teils Porträts habe." - und auch wenn man bei Bernie Luther, einem seiner Stammtätowierer, beispielsweise einen eigenen Stil erkennt, der Richy auch sehr gefällt, hat er nie großartig nach anderen Tätowierern gesucht. "Ich hab mich in dem Studio vom ersten Moment an wohl gefühlt und ich hab die gemocht und wir waren auf einer Wellenlänge. Da bin ich auch gar nicht mehr auf die Idee gekommen, mir wo anders hinzugehen." Tattoo-Artists: Bernie Luther, Tattoo Demon & Marco Atzeni, Chaos Demon Tattoo Danke an Richy für die Einladung, das kühle Bier, die Verstörung durch PUBLIC IMAGE LTD. und die tolle Geschichte hinter dem Tattoo! So schaut es aus, wenn die Leidenschaft zur Musik unter die Haut geht. Und natürlich auch ein großes Danke an meinen Voice-Activated-Lightstand/Assistenten Michi! Mehr von Chords and Ink. [gallery type='flickr' view='photosets' photoset_id='72157682715784342' columns='5' tag_mode='any' sort='date-posted-desc' ]
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Chords and Ink #16 – Max / Kjetter

Bei Chords and Ink präsentieren fantastische Musiker die Tattoos, die ihnen am wichtigsten sind und erzählen die Geschichten dahinter.

Mit Max a.k.a Kjetter von DURKHEIM stand im Dezember 2016 ein guter Freund und fantastischer Black Metal-Musiker vor meiner Kamera. Bei Chords and Ink #16 sprach Max über seine Kindheit in Afrika, seelische und körperliche Narben und chemische Formeln, die das Leben lebenswert machen. Max habe ich erstmals 2012 in der ((szene)) Wien kennengelernt, als er mit seiner Kombo DURKHEIM einen ihrer ersten Gigs als Support für EISREGEN absolvierte. Damals hielt er noch die Les Paul fest in der Hand, die er mittlerweile zugunsten seines Gesangs an seine Bandkollegen abgegeben hat. Nachdem 2015 endlich das Debutalbum "Dehumanization" rausgekommen ist, für das ich die Bandpics schießen durfte, und wir mal um mal den Chords and Ink-Termin verschieben mussten, stand Max schlussendlich in seinem Proberaum Rede und Antwort. Über Max Max ist ein heimatloser Wiener, der überall in der Welt aufgewachsen ist und von Deutschland über Afrika nach Österreich kam. In Wien wirkt(e) er in diversen Projekten mit, allen voran bei DURKHEIM und neuerdings auch bei einem Sideproject names F19.5, bei dem sich Max in die Stoner-Richtung weiterentwickeln und eine Mischung aus Kurt Cobains Endtagen und CHELSEA WOLFE ausleben will. Max' musikalisches Ziel bei all seinen Projekten ist, "dass die Musik irgendeinem 16jährigen genauso viel bedeutet, wie mir NAGELFAR mit 16 bedeutet hat.... einfach was, was einen berührt... Oh Gott, war das grad kitschig!" Das Tattoo Das Tattoo auf Max' linkem Oberarm stellt die chemische Formel für Diazepam dar, im Volksmund auch gern mal unter dem Markennamen Valium bekannt. Und da Max sich nie etwas tätowieren lassen würde, was keine Bedeutung hat, gibt es zu dem Tattoo natürlich eine Geschichte. Und diese beginnt, als Max' Vater beruflich nach Nigeria ziehen musste. Der Umzug in dieses von Unruhen geplagte Land hinterließ beim damals sechsjährigen Max tiefe psychische Narben: "Da hab ich viel Scheiße gesehen... also auf täglicher Basis Leichen. Ich hab mit acht Jahren gesehen, wie ein Mensch bei lebendigem Leibe verbrannt wurde. Den haben sie an einen Traktorreifen gefesselt, Benzin drüber geschüttet und angezündet. Dort war das alltäglich." Max begriff in diesem Alter jedoch noch nicht, was da genau passierte. Erst mit etwa Dreizehn, als Max und seine Familie bereits nach Südafrika weitergezogen war, verstand er mehr und mehr, was sich damals abgespielt hatte. "Das hat mich sehr mitgenommen. Ich wusste ja nix von Depressionen, posttraumatischen Stressstörungen. Wusste nix von psychischen Erkrankungen. Ich hab am Anfang nur ein Symptom gehabt, das nennt sich Depersonalisation. Das ist ein Gefühl, als ob du neben dir stehst..." Max' Eltern war zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, was sich in dem Jungen abspielte und schoben es auf die Pubertät. Somit blieben diese Störungen großteils unbehandelt und Max musste sich langsam daran gewöhnen. "Als ich mit 17 dann nach Deutschland gezogen bin, habe ich zum ersten Mal professionelle Hilfe aufgesucht - zu dem Zeitpunkt hatte ich das also schon vier Jahre." - als der Psychiater diese Depersonalisation als Symptom einer Depression diagnostizierte, war das für Max recht unverständlich: "Ich war so 'what the fuck', ich bin doch nicht depressiv! Ich mein, ich war schon immer melancholisch angehaucht, aber doch nicht depressiv." Im Anschluss wurde Max also Valium zur Bekämpfung der Symptome verschrieben. "Das ist eine pinke Flauschewolke und macht alle Probleme weg. Mittlerweile bin ich so eingestellt, dass ich ein normales Leben führen kann. Ohne dem Zeug kannst du mich vergessen. Ich verkriech ich mich, niemand hört von mir." Zwischendurch versuchte Max immer wieder, die Dosis zu reduzieren, meint aber: "Bei den Benzodiazepinen, der Hauptgruppe des Medikaments, wirkt der Entzug ähnlich schrecklich, wie bei Heroin. Ich habs zwei mal geschafft, einen Entzug zu machen, aber ich bin immer wieder zurückgekommen, weil es mir ohne dem Medikament einfach scheiße geht." Dass es sich dabei um ein wenig gesundes Verhalten handelt, ist Max komplett klar. Darum ließ er sich die chemische Formel des Medikaments mit dem Zusatz "Never Stop The Madness" stechen, als Bezug zum eigenen Wahnsinn. "Ich find', das Leben ist wertvoller, wenn man es wenigstens auf Medikamenten genießen kann, als ohne Drogen und man ist andauernd kurz davor sich umzubringen." - also eigentlich ein doch recht positives Tattoo, "auch wenn's die meisten nicht so auffassen werden." Tattoo-Artist: Gaburella Max gebührt für seine brachiale Offenheit und ehrliche Geschichte ein riesengroßes Dankeschön! Sorry für das ständige Nachfragen, wann wir das Shooting endlich machen und die anschließende Wartezeit bis das Ergebnis endlich fertig war. [gallery type='flickr' view='photosets' photoset_id='72157685692455755' tag_mode='any' sort='date-posted-desc' ]
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Metalheads Against Racism: jetzt noch besser! / Donauinselfest

"Same procedure as last year?" - "Same procedure as EVERY year!" und somit war es auch klar, dass ich auch bei der mittlerweile 6. Auflage des wunderbaren Metalheads Against Racism auf der SJ-Bühne beim Donauinselfest dabei bin. Mitgemischt haben diesmal: SCHATTENLICHT, DAEDRIC TALES, DYSTRUST, TITAN KILLER, DARKFALL, TULSADOOM, UZZIEL, BOON und - wie sollte es anders sein - MORTAL STRIKE, die auch diesmal das MARD sicher durch den Sturm navigierten. (mehr …)
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Pfingsten, unser Lieblingsfest! Auch heuer / Pfingstspektakel 2017

Alle Jahre wieder finden sie satt: Europas schönstes, tollstes und bestestes Baseball- und Softballturnier, das Finkstonball Tournament, und Attnangs schönstes, tollstes und bestestes Absturz- und Musikfestival, das Pfingstspektakel. Dieses Jahr waren dabei: TERRORGRUPPE, V8 WANKERS, CHRISTOPH & LOLLO, THE LOCOS, TURBOBIER, Lokalmatadore wie die fast-schon-pragmatisierten WHAM BAM BODYSLAM, die heuer ihr 10jähriges feierten und Szenegrößen wie TEXTA und THE CREEPSHOW. (mehr …)
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Chords and Ink #18 – Dave Hause

Bei Chords and Ink präsentieren fantastische Musiker die Tattoos, die ihnen am wichtigsten sind und erzählen die Geschichten dahinter.

Für Chords and Ink #18 konnte ich im März 2017 die rauchige Stimme der Mittdreißiger-Depression, DAVE HAUSE, kurz vor seinem Auftritt in der Arena Wien über seine Tattoos ausfragen. Und dabei stellte sich wieder einmal heraus, dass die Geschichte und die Emotion hinter dem Tattoo oftmals mehr wiegt, als seine Größe, die Bedeutung oder die Kunstfertigkeit, mit der es gestochen wurde. Über Dave Hause Dave ist neben CHUCK RAGAN wohl eins der besten Aushängeschilder für emotionsgeladen Acoustic Folk/Punk mit rauher, rauchiger Stimme und dem sprichwörtlichen "heart on the sleeve". Als DAVE HAUSE & THE MERMAID machte er im März Halt in Wien um sein neues Album "Bury Me In Philly" zu promoten. Das Tattoo Das kleine und minimalistische Strich-Peckerl über Daves linkem Knöchel stellt einen Hotdog und einen Barbecue-Picknicktisch dar, wobei im Laufe des Interviews eine angeregte Diskussion zwischen Dave und seiner Tourbegleitung Tara entbrannte, ob es sich nun um einen Picknicktisch oder um einen Hotdog auf einem Kugelgriller handelt. Was auch immer es nun wirklich darstellen sollte, gestochen wurde es jedenfalls als eine Art Unfall von Daves gutem Freund Bryan Kienlen, seines Zeichens Bassist bei THE BOUNCING SOULS. "Er fing vor einigen Jahren mit dem Tätowieren an und wir waren bei einer Gartenparty und feierten 'Memorial Day'." Und wie es bei so einer Party eben ist, waren alle Beteiligten ziemlich besoffen, was sich dann in einem der ersten Tattoos äußerte, das Bryan jemals unter eine fremde Haut brachte. "Und er hat mitten im Tattoo auch was verbockt und meinte - sehr hörbar - 'Ooops'. Aber ich weiß eh nicht, was genau er verkackt hat, ich hab auch ein paar mal nachgesehen aber nichts gefunden." [caption id="attachment_2954" align="alignright" width="400"] "Ich bin alt, Mann. Ich geb einen Scheiß auf 'Bedeutung'!" - DAVE HAUSE über seinen Hotdog am Picknicktisch.[/caption] Die obligatorische Frage, ob es denn eine tiefere Bedeutung habe, quittierte Dave mit einem "ein Hotdog auf einem Picknicktisch?! Da kannst du gerne alles reininterpretieren, was du willst aber es war einfach ein lustiges Picknick". Für Dave verlieren die Tattoos mit ihrer Anzahl auch etwas an Bedeutung: "Ich mein, du hast Bedeutungen und Bedeutungen über Bedeutungen und nach einer Zeit bist du einfach nur mehr ein tätowierter Typ und holst dir deine 'Bedeutung' von anderen Stellen im Leben." Aber für Dave kommen auch neue Tattoos eher nicht mehr in Frage. Auch die Tätowierer-Subkultur hat sich für Dave verändert, seit er sich sein erstes Peckerl stechen ließ, doch der Hauptgrund ist simpler: "Es tut schweineweh und es ist teuer." - Zumal auch der rebellische Aspekt von Tätowierungen immer stärker verblasst: "Ich bin wahrscheinlich Teil des Problems. Es war mal so, dass sich Matrosen und Kriminelle und Häftlinge tätowieren ließen - also harte Motherfucker - und in den 1990ern haben wir uns stechen lassen. Wir waren nicht hart, wir wollten nur so aussehen. Jetzt hat jedes Kind mit 200 Dollar in der Tasche und einer schlechten Idee hat ein verfickt riesiges Ding am Hals, das wie ein Rollkragenpullover oder sowas aussieht. Das macht dich nicht hart und hart sein ist auch nicht der Punkt!" Trotzdem war es für Daves Eltern ein ziemlicher Schock, als der Junge mit seinen ersten Tattoos heimkam. Daves Vater meinte schon, dass das Problem sei, dass Dave nie genug haben wird: "Erst willst du einen Ohrring und irgendwann wirst du voller Tattoos sein!" - und er behielt recht. Und für Dave haben trotzdem all seine Tattoos eine Daseinsberechtigung: "Es ist nett, eine schlechte Entscheidung zu treffen, die dann permanent ist." Tattoo-Artist: Bryan Kienlen, THE BOUNCING SOULS / Neptune Tattooville Mehr Tattoogeschichten bei Chords and Ink: Toschi findet auch, dass Tattoos sauweh tun. Für Ronny muss es auch kein Riesentattoo sein, um eine tiefgehende Bedeutung zu haben. Seuche ließ sich den ganzen Arm von einem Tattooanfänger verschönern und bereut es nicht. Thanks to Dave for doing the interview on such short notice and his awesome stories and thoughts regarding tattoos, meaning and being a compassionate fucker instead of a hard fucker! [gallery type='flickr' view='photosets' photoset_id='72157683236789133' tag_mode='any' sort='date-posted-desc' ]
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Der Balkan beginnt in Wien! / Venster 99

Österreich gilt ja seit langem als das Tor von West nach Ost und wieder retour. Dass sich auch musikalisch eine richtig herzerwärmende Plattform ins Leben rufen lässt, mit der Wien und der Balkan verbunden werden, zeigte Toschi von KRIEG DEN PALÄSTEN bei der fünften Ausgabe von "Balkan Pocinje u Bec" in der Petrischale des Wiener Untergrunds, dem Venster99. (mehr …)
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