Chords and Ink #16 – Max / Kjetter

Bei Chords and Ink präsentieren fantastische Musiker die Tattoos, die ihnen am wichtigsten sind und erzählen die Geschichten dahinter.

Mit Max a.k.a Kjetter von DURKHEIM stand im Dezember 2016 ein guter Freund und fantastischer Black Metal-Musiker vor meiner Kamera. Bei Chords and Ink #16 sprach Max über seine Kindheit in Afrika, seelische und körperliche Narben und chemische Formeln, die das Leben lebenswert machen. Max habe ich erstmals 2012 in der ((szene)) Wien kennengelernt, als er mit seiner Kombo DURKHEIM einen ihrer ersten Gigs als Support für EISREGEN absolvierte. Damals hielt er noch die Les Paul fest in der Hand, die er mittlerweile zugunsten seines Gesangs an seine Bandkollegen abgegeben hat. Nachdem 2015 endlich das Debutalbum "Dehumanization" rausgekommen ist, für das ich die Bandpics schießen durfte, und wir mal um mal den Chords and Ink-Termin verschieben mussten, stand Max schlussendlich in seinem Proberaum Rede und Antwort. Über Max Max ist ein heimatloser Wiener, der überall in der Welt aufgewachsen ist und von Deutschland über Afrika nach Österreich kam. In Wien wirkt(e) er in diversen Projekten mit, allen voran bei DURKHEIM und neuerdings auch bei einem Sideproject names F19.5, bei dem sich Max in die Stoner-Richtung weiterentwickeln und eine Mischung aus Kurt Cobains Endtagen und CHELSEA WOLFE ausleben will. Max' musikalisches Ziel bei all seinen Projekten ist, "dass die Musik irgendeinem 16jährigen genauso viel bedeutet, wie mir NAGELFAR mit 16 bedeutet hat.... einfach was, was einen berührt... Oh Gott, war das grad kitschig!" Das Tattoo Das Tattoo auf Max' linkem Oberarm stellt die chemische Formel für Diazepam dar, im Volksmund auch gern mal unter dem Markennamen Valium bekannt. Und da Max sich nie etwas tätowieren lassen würde, was keine Bedeutung hat, gibt es zu dem Tattoo natürlich eine Geschichte. Und diese beginnt, als Max' Vater beruflich nach Nigeria ziehen musste. Der Umzug in dieses von Unruhen geplagte Land hinterließ beim damals sechsjährigen Max tiefe psychische Narben: "Da hab ich viel Scheiße gesehen... also auf täglicher Basis Leichen. Ich hab mit acht Jahren gesehen, wie ein Mensch bei lebendigem Leibe verbrannt wurde. Den haben sie an einen Traktorreifen gefesselt, Benzin drüber geschüttet und angezündet. Dort war das alltäglich." Max begriff in diesem Alter jedoch noch nicht, was da genau passierte. Erst mit etwa Dreizehn, als Max und seine Familie bereits nach Südafrika weitergezogen war, verstand er mehr und mehr, was sich damals abgespielt hatte. "Das hat mich sehr mitgenommen. Ich wusste ja nix von Depressionen, posttraumatischen Stressstörungen. Wusste nix von psychischen Erkrankungen. Ich hab am Anfang nur ein Symptom gehabt, das nennt sich Depersonalisation. Das ist ein Gefühl, als ob du neben dir stehst..." Max' Eltern war zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, was sich in dem Jungen abspielte und schoben es auf die Pubertät. Somit blieben diese Störungen großteils unbehandelt und Max musste sich langsam daran gewöhnen. "Als ich mit 17 dann nach Deutschland gezogen bin, habe ich zum ersten Mal professionelle Hilfe aufgesucht - zu dem Zeitpunkt hatte ich das also schon vier Jahre." - als der Psychiater diese Depersonalisation als Symptom einer Depression diagnostizierte, war das für Max recht unverständlich: "Ich war so 'what the fuck', ich bin doch nicht depressiv! Ich mein, ich war schon immer melancholisch angehaucht, aber doch nicht depressiv." Im Anschluss wurde Max also Valium zur Bekämpfung der Symptome verschrieben. "Das ist eine pinke Flauschewolke und macht alle Probleme weg. Mittlerweile bin ich so eingestellt, dass ich ein normales Leben führen kann. Ohne dem Zeug kannst du mich vergessen. Ich verkriech ich mich, niemand hört von mir." Zwischendurch versuchte Max immer wieder, die Dosis zu reduzieren, meint aber: "Bei den Benzodiazepinen, der Hauptgruppe des Medikaments, wirkt der Entzug ähnlich schrecklich, wie bei Heroin. Ich habs zwei mal geschafft, einen Entzug zu machen, aber ich bin immer wieder zurückgekommen, weil es mir ohne dem Medikament einfach scheiße geht." Dass es sich dabei um ein wenig gesundes Verhalten handelt, ist Max komplett klar. Darum ließ er sich die chemische Formel des Medikaments mit dem Zusatz "Never Stop The Madness" stechen, als Bezug zum eigenen Wahnsinn. "Ich find', das Leben ist wertvoller, wenn man es wenigstens auf Medikamenten genießen kann, als ohne Drogen und man ist andauernd kurz davor sich umzubringen." - also eigentlich ein doch recht positives Tattoo, "auch wenn's die meisten nicht so auffassen werden." Tattoo-Artist: Gaburella Max gebührt für seine brachiale Offenheit und ehrliche Geschichte ein riesengroßes Dankeschön! Sorry für das ständige Nachfragen, wann wir das Shooting endlich machen und die anschließende Wartezeit bis das Ergebnis endlich fertig war.
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Mit MORTAL STRIKE am Vienna Metal Meeting / Arena Wien

Im niederländischen Eindhoven gibt es ja seit geraumer Zeit das etablierte und höchstangesehene Eindhoven Metal Meeting. Für Österreicher ist das aber ein bisschen weit weg. "Macht nix, wir stellen einfach ein Schwesterfestival auf die Beine" hat man sich in Eindhoven gedacht und schon war das erste Vienna Metal Meeting geboren. Mit einem äußerst ansprechenden Line-Up... (mehr …)
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MARDUK vor 12.000 Fans / MetalDays 2016

MARDUK vor 12.000 Metalheads. Und ich mit dabei! 2016 war bisher ja ein äußerst gutes Jahr. Ich habe für EMP das Rock in Vienna festgehalten und THE MONROES bei ihrem Auftritt vor 72.000 Zuschauern im Olympiastadion München begleitet. Zwischen diesen beiden Meilensteinen lag dann noch die folgende Erfahrung: ich durfte mit MARDUK bei ihrem Auftritt am Metaldays 2016 zusammenarbeiten und die schwedischen Black Metal-Giganten vor 12.000 Fans fotografieren. (mehr …)
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MetalDays 2016: der lauteste Urlaub der Welt / Tolmin, Slowenien

Hach, das MetalDays - es ist eine Hassliebe, die ich mit dem wohl schönsten Festival der Welt verbinde. Hin- und Hergerissen zwischen Strand, Suff, NAPALM DEATH, MELECHESH, BLIND GUARDIAN, DEVILDRIVER, CATTLE DECAPITATION und vielen anderen Größen der internationalen Metalszene. (mehr …)
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MetalDays 2015 – fünf Tage Wahnsinn und ein Fazit

Im Schlepptau von DAEDRIC TALES hat es mich zu meinem ersten Festival außerhalb von Österreich verschlagen. Trotz unerträglicher Hitze war das MetalDays 2015 definitiv eine Reise wert und zählt ohne Frage zu den Perlen der europäischen Festivalszene! (mehr …)
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Chords and Ink #9 – Seuche

Bei Chords and Ink präsentieren fantastische Musiker die Tattoos, die ihnen am wichtigsten sind und erzählen die Geschichten dahinter.

Für Chords and Ink #9 stellte sich ein ganz besonderer Musiker zur Verfügung: Seuche, Sänger und Mastermind hinter FÄULNIS. Wir haben uns vor seinem Auftritt in den oberösterreichischen Bergen getroffen und uns mitten in der Botanik über seinen rechten Sleeve unterhalten. Über Seuche Seuche ist das Mastermind hinter dem deutschen Black Metal-Phänomen FÄULNIS, das sich kaum in Genrekisten pressen lässt. Dort ist er für den Gesang und den Großteil des Songwritings zuständig. Des weiteren ist er seit 2013 bei BLACKSHORE, einer Lübecker Black-/Thrash-Band als Bassist tätig. "Ein kleines Kontrastprogramm" zu FÄULNIS, meint Seuche. Das Tattoo Für Seuche ist sein gesamter rechter Arm als eine Einheit wichtig. Dabei hat er jedoch so gesehen kein Lieblingstattoo - jedes Teilstück hat seine eigene Geschichte. Die ersten Tattoos waren Baphomet und die Dame auf Schulter und Oberarm, die ihm 1998 ein Freund mit einem angespitzten Holzbohrer gestochen hatte. Seinen Unterarm stellte er einem weiteren Freund als Übungsfläche zur Verfügung - dementsprechend überarbeitungswürdig sind einige der Stellen. Verbesserungen will Seuche aber nicht, denn für ihn ist der Sleeve eine Erinnerung an eben jenen Freund, der sich vor einigen Jahren das Leben genommen hat. Daher sollen die einzelnen Stücke auch in diesem rohen Stadium bleiben - lediglich Kleinigkeiten, wie der Kopf von Nosferatu, wurden im Nachhinein etwas überarbeitet. Der MISFITS-Schädel auf Seuches Unterarm ist übrigens auch eine nette Erinnerung für ihn: er verbindet damit die Zeit in seiner ersten Band, einer MISFITS-Coverband. Für Seuche hatte ich dann auch noch eine kleine "Spezialfrage" im Gepäck: Viele der FÄULNIS-Fans lassen sich das Bandsymbol - ein durchgestrichener Pulsschlag, den Seuche ebenfalls auf seinem linken Handgelenk trägt - stechen und die Band veröffentlicht diese Fotozusendungen auch gerne auf Facebook. Was also bedeutet es für Seuche, wenn sich teils wildfremde Menschen einen "Teil von ihm" tätowieren lassen? "Ja das ist natürlich schon... ein komisches Gefühl. Also gerade wenn's dann noch weitergeht in die Richtung mit dem Geier; also der Geier mit dem Symbol zusammen. Ich find's vernünftig, dass wenn man sich was von einer Band tätowieren lässt, es dann auf so was hinausläuft - auf dieses symbolhafte, und nicht auf den Bandnamen. DAS fänd ich schon eher merkwürdig. Der Pulsschlag, da kann man dann eben immer noch sagen - beziehungsweise wird's auch so sein - dass derjenige, der sich's tätowieren lässt, eine bestimmte Verbindung dazu hat und das nicht rein bandbezogen sein muss. Ansonsten find' ich das grad für eine doch eher kleinere Band wie uns sehr merkwürdig, beziehungsweise... ja, kann man halt irgendwie schwer beschreiben. Natürlich kannst es rückgängig machen aber es ist eben nicht so einfach und wenn, dann auch mit ein bisschen Aufwand und Schmerzen verbunden es wieder rückgängig zu machen. Von daher kann es einfach mal so stehen lassen: das ist durchaus schon mal ein bisschen was Ewiges, weshalb wir das halt auch öffentlich ausstellen. Das hat für mich dann schon eine Bedeutung. Das fand ich dann doch sehr sehr erstaunlich - vor allen Dingen in der Anzahl. Dem wollt' ich auch Tribut zollen." Tattoo-Artist: zwei Freunde von Seuche. Herzlichen Dank an Seuche für die offenherzige Erklärung des Sleeves für Chords and Ink und das fantastische Shooting, welches leider unter etwas komplizierten Rahmenbedingungen stattfand! Mehr von Chords and Ink.
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DURKHEIM Promo Shots 2014

DURKHEIM sitzen grade im Studio und schrauben und werkeln am Erstlingswerk herum. Dafür brauchte die Wiener Black Metal-Hoffnung Anfang Oktober auch Promofotos. Und so kam es, dass wir auf einem alten Wiener Dachboden herumkrochen und -blitzten. (mehr …)
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Metalheads against Racism Vol. 3 – DIF 2014

Beim Metalheads against Racism war "Laut gegen Rechts" bereits zum dritten Mal das Wort zum DIF-Sonntag. Mitgegrowlt, -gethrasht und gemosht haben u.a. MORTAL STRIKE, DURKHEIM, PURIFY, EMILY'S BLEEDING, uvm. (mehr …)
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Escape Metalfest 2014

Beim Escape Metalfest 2014 durften an zwei Tagen zahlreiche heimische Metal(core)bands ihr Können präsentieren und die Katakomben der Hauptstadt erschüttern! Unter anderem mit: REAP, BRUTE, NORIKUM, EYES IN THE VOID, uvm. (mehr …)
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DURKHEIM @ DasBACH

Von Alternative Hard Rock, über Grindcore bis hin zu Black Metal – am vergangenen Mittwochabend tauchte man im DasBACH immer tiefer in die musikalischen Grenzregionen. Mit von der Partie: DURKHEIM, GROUND COLLAPSE, SKULLDRIVER und CUT TO FIT. (mehr …)
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Das Knurren im Untergrund

SIX FEET UNDER @ Viper Room Wien: Wenn ein siebensaitiger Bass trommelnd ein infernalisches Geknurre und Gebelle unterstützt; wenn Blastbeats und eine heulende Gitarre die Kellergewölbe Wiens zum Erzittern bringen, bedeutet dies eines: eine der gigantischsten und intensivsten Death Metal Bands dieser Ära gibt im Viper Room alles. Bevor SIX FEET UNDER jedoch den Höhepunkt des Abends markierten, zeigten vier weitere, nicht weniger exzellente Bands, was sie zu bieten haben. Minimalismus und Brachialität haben sich die US-Deather HATE STORM ANNIHILATION ganz dick auf die metaphorischen Fahnen geschrieben. Sänger/Gitarrist + Drummer + gemeinsam Reindreschen was das Zeug hält – mehr braucht man nicht um guten Death Metal zu produzieren. In eine gänzlich andere, aber nicht weniger ansprechende Kerbe knüppelten im Anschluss die Oberösterreicher UZZIEL. Etwas Thrash Metal, ein bisschen Melodic Death, ein Hauch von Neue Deutsche Härte und viel Theatralik. Das Resultat kann nicht gut in Worte gefasst werden und sollte definitiv der Einfachheit halber live erlebt werden! Die nächsten Livegigs von UZZIEL kann man sich ja mal hier zu Gemüte führen. Während bei HATE STORM ANNIHILATION unendlich viel Platz auf der Bühne war, schien diese unter der Masse der Schweden NOX VORAGO beinahe zusammenzubrechen. Die sechs Musiker nutzten den begrenzten Raum dennoch perfekt aus und lieferten in tiefster Finsternis progressiven Symphonic Death Metal mit Keyboardunterstützung ab. Wie schon UZZIEL, erschwerten auch die Norwegischen VREDEHAMMER eine eindeutige Klassifizierung. Klar, es war Black Metal ABER da donnerte im Hintergrund und Unterbewusstsein noch etwas anderes mit. Vielleicht das Wikingerblut der drei Norweger? Vielleicht das sympathische Auftreten von Sänger/Gitarrist Per Valla? Vielleicht wars auch einfach nur der Gratis-Jägermeister, den die Band freizügig unters/ins Volk kippte. Eines steht zweifelsfrei fest: VREDEHAMMER alleine wären eine Anreise in den Viper Room wert gewesen und gelten als DER Anspieltipp des Abends! Der absolute Höhepunkt manifestierte sich – wie bereits eingangs erwähnt – dann in Form von Chris Barnes & Mannen. Die gedreadlockte Ausnahmeerscheinung mit Löchern in den Ohrläppchen, durch die ganze Bierflaschen passen würden, erwies sich sehr schnell als ein Mann des Volkes. Ein Späßchen hier, ein Fistbump da – dazwischen wurde der eigenen Stimme alles abverlangt und mit den Dreadlocks herumgepeitscht. Auch die Dankbarkeit und Freude, hier sein zu können, nimmt man Herrn Barnes ehrlich ab. SIX FEET UNDER hatten schlicht Spaß auf der Bühne und genossen die – natürlich viel zu kurze – Zeit. Das dies vor allem auf die Wechselwirkung Band<->Publikum zurückging, war klar. Und vor der Bühne wurde daher auch gebührend abgefeiert. Moshpits & Headbanging Deluxe sorgten für Stimmungshochs und Schweißflecken und die Setlist tat ihr übriges. Das obligatorische "Shadow of the Reaper" oder "The Day the Dead Walked" waren ebenso vertreten, wie der CANNIBAL CORPSE-Evergreen "Hammer Smashed Face". Frei nach dem Tourmotto "Xmas in Hell" wurde die besinnliche Adventszeit also erfolgreich vernichtet und das ausklingende Jahr gebührend gefeiert. Link-Liste: SIX FEET UNDER @ facebook VREDEHAMMER @ facebook UZZIEL @ facebook HATE STORM ANNIHILATION @ facebook NOX VORAGO @ facebook
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